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Corona-App kommt bald: Die Bundesregierung entscheidet sich um

27.04.2020 | 14:56 Uhr | Peter Müller

Die Bundesregierung wendet sich nach wochenlanger Kritik vom Modell PEPP-PT ab und will Daten zur Verfolgung des Corona-Virus dezentral halten.

Apple und Google liefern diese Woche ihre APIs für die Covid-Kontaktverfolgung , die Bundesregierung hat indes beschlossen, bei ihrer Lösung auf eine zentrale Speicherung der Daten zu verzichten, um Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes gering zu halten und so die freiwillige Nutzung zu fördern. Diesem Argument, das in den letzten Wochen auch der Chaos Computer Club (CCC) wiederholt hervorgebracht hat, folgt nun die Bundesregierung. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun gestern ankündigten, werde man die App zur Nachverfolgung der Infektionsketten nun auf einem dezentralen Modell aufbauen, die Daten verbleiben geschützt auf den Geräten der Benutzer und werden nicht zentral gespeichert . Die App solle "sehr bald einsatzbereit sein" und auf freiwilliger Basis genutzt werden, einen genauen Termin nannten die Politiker nicht. Der Weg scheint nun aber frei für die APIs die Google und Apple gemeinsam entwickeln und schon in dieser Woche zur Verfügung stellen wollen. Die gemeinsame Marktmacht der beiden Plattformanbieter ist groß genug, um fast alle Smartphonenutzer in Deutschland ansprechen und mit der App versorgen zu können.

Laut Süddeutscher Zeitung begrüßt auch die Opposition die Entscheidung. Die netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Anke Domscheit-Berg zeigte sich "positiv überrascht", der Gesundheitsminister gehe "sehr vorbildlich" mit dem Thema um und zeige, dass er Fehler korrigieren könne. Entscheidend sei die Akzeptanz der App, damit diese auch Leben retten kann.

In Australien ist indes die App COVIDSafe trotz Datenschutzbedenken an den Start gegangen, berichtet Engadget . Die Anwendung basiert auf das in Singapur eingesetzte TraceTogether und verwendet einen Mix aus Kontaktverfolgung via Bluetooth und gespeicherten Adressdaten, was sowohl auf Geräten als auch auf Servern gespeichert wird. Doch sind Adressdaten potentiell angreifbar, wenn sie außerhalb gesicherter Geräte gespeichert werden, auch ein Missbrauch durch die Behörden ist nicht auszuschließen. Wie Australien den Schutz dieser Daten gewährleisten will, sei zudem noch offen. Erst ab Mai soll eine Kommission über Maßnahmen befinden.

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