2504536

Corona-API und Face-ID mit Maske: Das bringt iOS 13.5

22.05.2020 | 13:41 Uhr | Peter Müller

Apple hat iOS 13.5 und iPadOS 13.5 freigegeben. Das Update enthält die Covid-19-Tracing-APIs, Neuerungen bei Face ID und Group Facetime und Bugfixes.

Update vom 20. Mai 2020: Knapp zwei Tage nach Golden Master steht nun die finale Version von iOS 13.5 allen Nutzern zur Verfügung. Die Veröffentlichungsnotizen waren im Grunde genommen schon davor bekannt.

Die aktualisierten iPhone lassen sich mit der Face ID schneller entsperren. Stellt die Truedepth-Kamera eine Geschichtsmaske im Gesicht des Nutzers fest, blendet sich sofort der Sperrbildschirm mit der Möglichkeit, den Passcode einzugeben. Noch in einer Version davor musste man auf das Wort "Face ID" tippen um zu dem Eingabefeld zu gelangen. Diese Möglichkeit gibt es nicht nur für Apple Pay, obwohl die kontaktlose Bezahlmethode wahrscheinlich am meisten dadurch beeinträchtigt ist, auch bei der Bezahlung im App Store, Bücher Store und iTunes kann man schneller zur Eingabe des Passcodes gelangen, wenn man eine Gesichtsmaske trägt.

Die wahrscheinlich meistdiskutierte neue Funktion dieses Updates war das Covid-19-Kontakprotokoll. Das Kontaktprotokoll ist in den Einstellungen unter Datenschutz und weiter Health oder alternativ unter Bluetooth zu finden. Anders als erwartet und von manchen auch befürchtet lässt sich die neue Funktion zur Covid-19-Nachverfolgung in Deutschland gar nicht erst aktivieren. Dies ist nur mit einer zugelassenen App möglich, die deutsche Corona-Warn-App ist aber noch nicht fertig.

Außerdem kann man jetzt aus Apple Music heraus Songs direkt in den Stories teilen.

Das aktuelle Update schießt ebenfalls mehrere Sicherheitslücken, darunter die Mail-Lücke, die es möglich machte, dass die Angreifer an das Postfach des Nutzers und alle Mails ohne dessen Zutun gelangen konnten. Allein deswegen lohnt sich das Update.

Update vom 19. Mai 2020: Alle reden von Covid-19-Tracing – und Apples und Googles gemeinsame APIs stehen nun kurz vor der Veröffentlichung. Entwickler und Teilnehmer des Public-Beta-Tests können schon seit drei Wochen Vorabversionen von iOS 13.5 und iPadOS 13.5 installieren und überprüfen, am Montag haben Entwickler die letzte Version vor der finalen erhalten, wie Macworld berichtet . Noch in dieser Woche dürfte das Update dann für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Neben den Covid-19-APIs erhält das Update weitere Verbesserungen. So kann man nun auf Geräten mit Face ID den Passcode sofort eingeben, wenn das iPhone oder iPad den Besitzer wegen seiner Gesichtsmaske nicht erkennt, offenbar eine Verkürzung der bisherigen Möglichkeit, noch beim Scan auf die Zeile „Face ID“ zu tippen und so sofort zur Passcode-Eingabe zu gelangen. Group Facetime bekommt nun auch einen automatischen Zoom auf die Person, die gerade spricht. Und natürlich schließt Apple auch einige Sicherheitslücken, etwa die in seinem Mail-Programm, die schon seit einigen Wochen offen liegt.

Update vom 7. Mai 2020: Apple hat anscheinend Nerven – da besteht eine seit Wochen bekannte Sicherheitslücke im Mail-Client von iOS und iPadOS, doch anstatt diese mit einem schnellen Update außerhalb der Reihe zu schließen, verlässt sich der iPhone-Hersteller weiter auf iOS 13.5 und iPadOS 13.5, von denen Entwickler gestern nun die vierte Beta-Fassung bekommen haben. Darin ist nicht nur der Fehler behoben, von dem Apple behauptet, er sei harmlos, sondern auch die gemeinsam mit Google entwickelten APIs für einen Tracing-App, um das Corona-Virus verfolgen zu können. Da in immer mehr Ländern immer mehr Geschäfte wieder öffnen, drängt auch hier die Zeit, will man eine zweite Welle vermeiden. Bis zu sechs Betas sind üblich, die finale Version von iOS 13.5 und iPadOS 13.5 darf man zwar noch für den Mai erwarten, es könnte aber bis zum Ende des Monats dauern.

Meldung vom 30. April 2020: Apple hat gestern Abend dritte Beta-Fassungen von iOS 13.5  und iPadOS 13.5 an Entwickler ausgegeben . Bisher waren zwei Betas für iOS 13.4.5 und iPadOS 13.4.5 erschienen, die unter anderem auch einen Fix für die Sicherheitslücke in Mail enthielten. Bevor aber die finale Fassung zur Veröffentlichung bereitstand, hat sich die Weltlage geändert und Apple gezwungen, einige Neuerungen einzubauen, die ein Hochzählen der Version an der ersten Stelle nach dem Punkt rechtfertigen.

Neu sind vor allem die APIs für eine Umsetzung der Kontakt-Tracing-App gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, die Apple zusammen mit Google entwickelt. In den Einstellungen lässt sich somit Covid-19-Tracing aktivieren. Einen zweiten Umstand der Pandemie begegnet das Update für iPhones mit der Gesichtserkennung Face-ID. Trägt man eine Maske , erkennt diese den legitimen Nutzer meist nicht, bis man aber seinen Code nach der entsprechenden Fehlermeldung eingeben kann, vergeht eine kurze Zeit. Nun lässt sich der Code sofort auf dem Sperrbildschirm eingeben, ohne dass man das Versagen von Face-ID abwarten müsste.

In Gruppen-Facetime-Chats lässt sich nun die "Auto Prominence" abschalten, also das Feature, das das Bild des gerade Sprechenden auf dem Schirm zulasten der Abbilder der anderen Teilnehmer vergrößert in den Vordergrund holt. In einer Viererrunde mag das ja noch funktionieren, wenn aber zehn Leute oder gar die maximal möglichen 32 konferieren – was ja dieser Tage auch öfter vorkommen soll – dann wird das recht schnell unübersichtlich.

Vermutlich noch heute wird Apple die dritten Betas von iOS 13.5 und iPadOS 13.5 in den Public Beta Test stellen. Wer sich die Vorabversionen auf sein iPhone und/oder iPad installieren möchte, kann sich für die Teilnahme am öffentlichen Test unter beta.apple.com registrieren.

PC-WELT Marktplatz

2504536