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Corel/Inprise-Fusion geplatzt

17.05.2000 | 12:54 Uhr |

Die Übernahme von Inprise (vormals Borland) durch Corel ist geplatzt. Der Grund für das Scheitern ist die finanzielle Misere von Corel: Die Inprise-Aktionäre weigerten sich wegen des Kursverfalls der Corel-Aktien gegen den Aktientausch. Analysten zweifeln nun allerdings, ob aus den Visionen von Corel, ein dominanter Linux-Anbieter zu werden, Realität wird.

Die Übernahme von Inprise (vormals Borland) durch Corel ist geplatzt. Der Grund für das Scheitern ist die finanzielle Misere von Corel: Corel veröffentlichte ein schlechtes Quartalsergebnis und stellte weitere Quartale mit roten Zahlen in Aussicht. Die Inprise-Aktionäre weigerten sich wegen des Kursverfalls der Corel-Aktien daraufhin gegen den Aktientausch.

Aus dem geplanten Zusammenschluss wäre eines der größten Linux-Entwickler-Teams entstanden. Analysten zweifeln nun allerdings, ob aus den Visionen von Corel, ein dominanter Linux-Anbieter zu werden, Realität wird. Der niedrige Aktienkurs von Corel erschwere es dem Unternehmen, andere Akquisitionen im Linux-Bereich zu tätigen. Außerdem fehle es Corel an Verträgen mit namhaften Serveranbietern wie IBM oder Dell. Zudem werde der Konkurrenzdruck von Linux-Rivalen wie Red Hat stärker.

Corel-Chef Michael Cowpland ist eigenen Angaben zwar enttäuscht darüber, dass der Deal mit Inprise nicht zustande kommt. Der strategische Fokus habe sich jedoch nicht verändert. "Wir wollen weiterhin auf offenen Standards basierende, plattformübergreifende Lösungen entwickeln", so Cowpland. (PC-WELT, 17.05.2000, he)

Corel-Inprise wird Linux-Großmacht (PC-WELT Online, 8.2.2000)

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