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Convert2mp3.net macht dicht - Musikindustrie feiert Erfolg

24.06.2019 | 11:55 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Der beliebte Dienst Convert2mp3.net ist nicht mehr erreichbar. Vertreter der Musikindustrie haben die Schließung erzwungen.

Besucher des beliebten und aus Deutschland stammenden Dienstes Convert2mp3.net werden seit kurzem mit einem Hinweis des Bundesverbands Musikindustrie (IFPI) begrüßt. Demnach wurde die Seite aufgrund von Urheberrechtsverletzungen geschlossen. Weiter heißt es dort:

Streamripping-Websites, die lizenzierte gestreamte Inhalte in unlizenzierte Downloads umwandeln, sind illegal. Eine vorsätzliche, gewerbliche Urheberrechtsverletzung kann zu einer strafrechtlichen Verurteilung führen. Illegale Musikdienste nutzen die Arbeit von Künstlern aus und zahlen nichts an diejenigen, die Musik machen und investieren.

Über convert2mp3.net konnte die Musik aus Videos (von Youtube, Daily Motion & Co.) per Mausklick in eine MP3-Datei extrahiert werden. Die konvertierte MP3-Datei konnte dann heruntergeladen oder beispielsweise an Dropbox übertragen werden.

Der Bundesverband Musikindustrie feiert die Schließung von Convert2mp3 in einer Mitteilung als einen "großen Erfolg" für den digitalen Musikmarkt, der Streamripper zunehmend "rechtlich unter Druck" nehme. Mit Convert2mp3 sei die weltweit meist genutzte Streamripping-Website vom Netz genommen worden. Dazu haben sich die Betreiber des Dienstes in einem gerichtlichen Verfahren bereiterklärt. Geklagt hatten die IFPI (International Federation of the Phonegraphic Industry) und der Bundesverband Musikindustrie.

Die Einstellung sei ein großer Erfolg, weil der in Deutschland ansässige Dienst allein in den letzten zwölf Monaten von über 684 Millionen Nutzern aus aller Welt verwendet wurde.

In der Klage vor dem Landgericht Hamburg war den Betreibern von Conver2mp3 die "erhebliche" und "anhaltende" Verletzung von Urheberrechten vorgeworfen worden. "Der nun geschlossene Vergleich sieht die globale Abschaltung von Convert2mp3 sowie aller weiteren rechtsverletzenden Websites der Betreiber vor. Darüber hinaus wurde die Website verpflichtet, die Convert2mp3-Domain an IFPI zu übergeben und sich umfassend zu verpflichten, in Zukunft nicht gegen Urheberrechte zu verstoßen oder Kopierschutzmaßnahmen zu umgehen", heißt es in der Mitteilung vom Bundesverband Musikindustrie. Vorausgegangen sei eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen Convert2mp3 wegen der Umgehung von technischen Schutzmaßnahmen.

Stream-Ripper sind illegal - keine Privatkopie-Ausnahme für solche Dienste

Verwiesen wird dabei auch auf ein Urteil des Oberlandesgerichts München, welches im Falle des Streamripping-Dienstes Musicmonster.FM dessen Rechtswidrigkeit festgestellt hatte und dass der Dienst sich nicht auf das Recht auf eine Privatkopie berufen könne. Dieses Urteil habe das Oberlandesgericht Hamburg dann in seiner Entscheidung gegen den Streamripping-Dienst Zeezee bestätigt.

Der Bundesverband Musikindustrie verweist darauf, dass Streamripping die "heute häufigste Form der Urheberrechtsverletzungen" im digitalen Musikgeschäft darstelle. Dabei nutzen die Websites ihren hohen Traffic, um durch Einblendung von Werbung erhebliche Umsätze zu erzielen, zahlen davon aber nichts an diejenigen, die die Werke erstellt haben.

"Untersuchungen von IFPI haben gezeigt, dass weltweit 47 Prozent der 16- bis 24-Jährigen regelmäßig Streamripping-Angebote nutzen. In Deutschland ist das Thema bisher wegen der Privatkopie-Ausnahme eine rechtliche Grauzone gewesen, allerdings tendieren auch deutsche Gerichte zunehmend dazu, das sogenannte Rippen als rechtswidrig und unlizenziert einzustufen", so der Bundesverband BMVI.

"Wir sehen erfreulicherweise ein zunehmendes Verständnis seitens der Gerichte und der Fans, dass Geschäftsmodelle, die als Freerider rechtliche Grauzonen ausnutzen, absolut inakzeptabel sind, weil das digitale Lizenzgeschäft die Lebensader der Branche ist", erklärt Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Musikindustrie (BMVI).

Und René Houareau, Geschäftsführer Recht & Politik beim BMVI, stellt fest: "Erfreulich ist, dass auch die deutschen Gerichte klarstellen: Streamripping-Dienste können sich nicht mehr einfach auf die Privatkopie-Ausnahme berufen. Es ist nicht der Nutzer, sondern der Dienst, der die Vervielfältigung der Musikdateien vornimmt. Es ist ein wichtiger Schritt nach vorn, dass solche Dienste immer häufiger in die Verantwortung genommen werden – zu Gunsten der Kreativen und ihrer Partner wie auch der Nutzerinnen und Nutzer."

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