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CoA-Label mit Fön und Messer abgekratzt

29.06.2013 | 18:56 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Der Münchner Händler verstand sich laut der Mitteilung von Microsoft als Händler von gebrauchter Software. Den gefälschten Datenträgern legte er gebrauchte Echtheitszertifikate (Certificate of Authenticity Label, kurz: CoA-Label) bei, die vorher mit Fön und Messer von tausenden gebrauchten PCs abgelöst hatte.

Microsoft nutzt die Gelegenheit, um erneut darauf hinzuweisen, dass CoA-Label keine Lizenzen sind, sondern Echtheitszertifikate, die sich entweder auf der Umverpackung oder auf dem Gehäuse des Computers befinden, auf dem die Software vorinstalliert ist.

"COAs dienen als Herkunftshinweis und beziehen sich immer auf die Ware, auf der sie von Microsoft oder den von Microsoft autorisierten Unternehmen angebracht wurden. Wer COAs ablöst und zusammen mit anderen Microsoft Produkten verkauft, täuscht seine Kunden darüber, wer die Echtheit garantiert. Das ist unzulässig, unabhängig davon, ob die Software, mit der die COA verbunden wird, echt ist oder nicht. COAs dürfen auch nicht einzeln verkauft werden", so Dr. Swantje Richters, Rechtsanwältin bei Microsoft Deutschland.

Das Schöffengericht in Nürnberg verurteilte die beiden Computerhändler nach drei Verhandlungstagen. Die Haftstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Im vorangegangenen Zivilprozess hatte Microsoft von den beiden Händlern Schadenersatz verlangt. Mit einem der Händler erzielte Microsoft einen Vergleich. Die anderen Beklagten wurden zur Zahlung von 840.000 Euro verurteilt.

"Die verklagten Händler haben zunächst beteuert, sich keiner Schuld bewusst gewesen zu sein", so Dr. Swantje Richters. "Sie hielten die Vervielfältigungen angeblich für rechtens. Das ist überhaupt nicht nachvollziehbar und hat ihnen weder im Zivil- noch im Strafverfahren geholfen."

Microsoft weist darauf hin, dass bereits mehrere Gerichte entschieden haben, dass professionelle Händler verpflichtet sind, sich Gewissheit darüber zu verschaffen, dass sie mit Originalware handeln. Haftbar sei dabei nicht nur das Unternehmen, sondern auch der Geschäftsführer persönlich.

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