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Cineworld: Weitere Kinokette boykottiert Universal

04.05.2020 | 15:48 Uhr | Denise Bergert

Nach AMC will nun auch Cineworld das Hollywood-Studio Universal aufgrund seiner neuen Streaming-Strategie boykottieren.

In der vergangenen Woche hatte die weltgrößte Kinokette AMC angekündigt , keine Filme mehr von Universal zeigen zu wollen. Nun zieht auch die zweitgrößte Kinokette Cineworld nach. In einem Statement erklärt der Kinobetreiber, künftig keine Filme mehr von Universal zeigen zu wollen. Grund für den Boykott ist genau wie bei AMC, die neue Universal-Strategie, Filme in Zukunft zeitgleich im Kino und im Stream veröffentlichen zu wollen.

Bislang war es üblich, dass die Filme großer Hollywood-Studios zuerst für einige Monate im Kino laufen. Erst danach erscheinen sie im Stream und auf Disc. Durch die weltweite Covid19-Pandemie und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen – zu denen auch die Schließung von Kinos gehört – hatte Universal seinen Animationsfilm Trolls World Tour zum Kinostart direkt bei Streaming-Anbietern veröffentlicht. Beflügelt von Umsätzen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar kündigte das Studio an, seine Filme künftig immer zeitgleich im Stream und im Kino anlaufen zu lassen.

Dieses Statement sorgte für reichlich Ärger bei den Kinobetreibern. Sie befürchten, dass Zuschauer die Filme künftig lieber auf dem heimischen Sofa konsumieren, anstatt ins Kino zu gehen. Mit dem zeitgleichen Release gäbe es weniger Anreize, in die Lichtspielhäuser zu gehen.

Universal hat gegenüber Deadline mittlerweile eingelenkt und erklärt , dass der neue zeitgleiche Vertriebsweg nur angepeilt werde, „wenn er auch Sinn mache“ . Von der neuen Strategie weicht das Studio jedoch nicht ab. Über die Boykott-Drohungen von AMC und Cineworld zeigt sich das Unternehmen entrüstet. Davon beeindrucken lässt sich Universal jedoch nicht.

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