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Chrome 69: Nutzer werden "heimlich" eingeloggt

26.09.2018 | 13:00 Uhr |

Die Kritik am "heimlichen" Login wurde Google wohl zu groß. Die Entwickler geben für Version 70 Änderungen bekannt.

Update: Google hat sich in einem Blogpost zur aufkommenden Kritik rund um den vermeintlichen „heimlichen“ Login ausführlich geäußert: „Wir haben kürzlich eine Änderung vorgenommen, um die Art und Weise zu vereinfachen, wie Chrome mit der Anmeldung umgeht. Wenn Sie sich jetzt auf einer Google-Website anmelden, werden Sie auch mit demselben Konto bei Chrome angemeldet. Sie sehen Ihr Google-Konto-Bild direkt in der Chrome-Benutzeroberfläche, so dass Sie Ihren Anmeldestatus leicht erkennen können. Wenn Sie sich abmelden, entweder direkt von Chrome oder von einer beliebigen Google-Website, sind Sie vollständig von Ihrem Google-Konto abgemeldet“ , schrieb Zach Koch, Chrome Product Manager bei Google. „Wir möchten klarstellen, dass diese Änderung der Anmeldung nicht bedeutet, dass die Chrome-Synchronisierung aktiviert wird. Benutzer, die möchten, dass Daten wie der Browserverlauf, Passwörter und Lesezeichen auf anderen Geräten verfügbar sind, müssen zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wie z.B. das Einschalten der Synchronisierung.“

Google stellt Änderungen für Chrome 70 vor

Im weiteren Verlauf des Blogposts, stellte Zach Koch aber auch klar, dass Google das Feedback vernommen habe und für Chrome 70 Verbesserungen zum Thema geplant hat. So wird in der neuen Version ein Steuerelement hinzugefügt, das Nutzern ermöglicht, die Verknüpfung der webbasierten Anmeldung mit der browserbasierten zu deaktivieren. Dadurch erhält der Nutzer mehr Kontrolle.  Weiterhin soll die UI verbessert werden, um dem Nutzer besser mitzuteilen, wie man aktuell angemeldet ist und ob Daten mit dem Google-Konto gesynct werden. Änderungen im Cookie-Verhalten werden ebenfalls vorgenommen.

Zach Koch merkt zum Ende des Blogposts noch an, dass sie alle leidenschaftlichen Anwender schätzen und Feedback aus der weltweiten Community weiterhin willkommen ist. Google lenkt aufgrund der Kritik also ein. Den Ärger und die Kritik hätten sich die Entwickler jedoch sparen können, wären die genannten Verbesserungen gleich mit der Version 69 ausgeliefert worden.

News vom 24.09.2018 - Chrome 69: Nutzer werden "heimlich" eingeloggt: Googles Chrome-Browser ist erneut in die Kritik geraten. Zuletzt fiel der Browser aus dem Hause Google wegen eines Anstiegs des RAM-Verbrauchs negativ aus - immerhin 10 Prozent mehr gönnte sich Chrome auf einmal. Nun schreibt zum Beispiel ZDNet: "Google meldet Benutzer heimlich in Chrome an, wenn sie sich auf einer Google-Website anmelden."  Im Speziellen handelt es sich um die Chrome-Version 69. Seit dieser Version melde sich der Browser in bestimmten Fällen automatisch mit dem Google-Konto an, ohne dass der Nutzer davon etwas erfahre. Ein Nutzer, der sich mit unangemeldetem Chrome-Browser in einen Google-Dienst des Suchmaschinenkonzerns einlogge, werde auch im Browser mit diesen Daten angemeldet.

Bisher hat die Google-Sync immer unabhängig von den Google-Diensten gearbeitet. Die neue Methode der Synchronisation mag zwar für einige Nutzer weiterhin überaus praktisch sein, da es, wie zuvor auch schon, den Abgleich einiger Informationen wie Verlauf, Passwörter oder Bookmarks über mehrere Geräte erlaubt. Nutzer, die jedoch Wert auf die Privatsphäre legen, werden sicherlich keine Freunde der neuen Sync-Methode. Laut der Plattform ZDNet wurde die Funktion auch nirgends beworben - aus „gutem Grund“. Die Funktion ist ein schwerer Einschnitt in die Privatsphäre.

Google verteidigt die Funktion

Laut Google ist die neue Sync-Methode nicht automatisch aktiviert. Sie muss vom Nutzer erst bestätigt werden. Sprich: Loggen Sie sich in einen Google-Dienst ein, meldet das der Browser als Information und Sie haben die Möglichkeit, sich per Browser in Ihr Google-Konto einzuloggen. So sind Sie quasi nur noch einen Klick von einer Verknüpfung Ihrer Daten mit dem Browser entfernt. Rechts oben im Browser scheint es allerdings so, als seien Sie eingeloggt, Google will angeblich nur auf den möglichen Login hinweisen. Bedenklich bleibt die Nutzung Ihrer Informationen trotzdem.

Funktion lässt sich abschalten

Die Funktion lässt sich abschalten. Wie Sie dazu vorgehen, lesen Sie hier in unserer kleinen Anleitung:

Geben Sie folgenden Link in die Chrome-Adressleiste ein:

chrome://flags/#account-consistency"

Bei dem Eintrag "Identity consistency between browser and cookie jar" setzten Sie die Flag über das rechte Menü auf "Disabled", danach starten Sie Ihren Browser neu.

Alternativer Browser: Mozilla Firefox

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