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China: "unmännliche" Männer in Spielen verboten

11.09.2021 | 13:01 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

China verbietet die Darstellung von "verweichlichten" oder "unmännlichen" Männern in Spielen.

Die chinesische Regierung führt ihren nächsten Schlag gegen die chinesische Spielergemeinschaft, wie unter anderem die Tagesschau berichtet unter Berufung auf die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die chinesischen Aufsichtsbehörden haben demnach chinesische Internet-Unternehmen wie Tencent und Netease angewiesen, gewisse Inhalte aus ihren Online-Spielen zu entfernen. Damit sind Inhalte gemeint, die „obszön und gewalttätig“ seien, aber auch Inhalte, die "ungesunde Tendenzen wie Geldanbetung und Verweiblichung" fördern. Gerade letzteres scheint der chinesischen Regierung sehr am Herzen zu liegen: Sie will keine „unmännlichen“ Inhalte mehr in Spielen sehen.

Eine Woche vorher hatte die chinesische Regierung eine ähnliche Anweisung bereits an chinesischen Fernsehsender und Streamingdienste erteilt und Inhalte verboten, die "verweichlichte Männer" zeigen. Der Nachrichtensender n-tv ergänzt , dass die Volksrepublik China damit gegen eine „verweichlichte“ Gesellschaft vorgehen wolle. Deshalb seien ab sofort Videospiele verboten, die eine „unmännliche“ Jugendkultur fördern würden.

Laut n-tv würden sich besonders „konservative, ältere“ Vertreter der Kommunistischen Partei an der oft androgynen Optik von Männern beziehungsweise an der „femininen“ Darstellung von Männern in modernen Spielen stören. Weiblich aussehende Männer könnten ihr Land nicht verteidigen, so die Befürchtung konservativer Parteivertreter.

Diese jüngste Anordnung gehört offensichtlich zu einem umfangreichen Maßnahmenpaket der chinesischen Regierung im Bereich Bildung und Erziehung.

Bereits Ende August 2021 traf die chinesische Gamer-Gemeinschaft ein harter Schlag: Die Volksrepublik China beschränkt das Online-Gaming für minderjährige Gamer auf drei Stunden pro Woche. Mehr dazu lesen Sie in dieser Meldung: Online-Gaming in China nun fast komplett verboten.

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