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China: Strenge Regeln zur Bekämpfung von Videospielsucht

06.11.2019 | 14:59 Uhr | Denise Bergert

China will Videospielsucht mit strengeren Regeln für Jugendliche und einem neuen Registrierungssystem bekämpfen.

Die chinesische Regierung kämpft gegen Videospielsucht bei Kindern und Jugendlichen. In dieser Woche hat die State Administration of Press and Publications (SAPP) neue Richtlinien veröffentlicht , die nicht nur Spielzeiten vorgeben, sondern auch ein neues Alterseinstufungsssytem einführen. Altersfreigaben gab es in China bislang nicht, dieses System stellt also eine Premiere für die chinesische Regierung dar. Minderjährige dürfen außerdem nur zwischen acht Uhr morgens und zehn Uhr Abends am Smartphone, Tablet, der Konsole oder dem PC spielen – maximal anderthalb Stunden am Tag. In den Ferien werden diese Zeiten auf drei Stunden am Tag angehoben.

Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren dürfen außerdem monatlich nicht mehr als 400 Yuan (umgerechnet rund 52 Euro) für In-App-Käufe ausgeben. Bei Spielern zwischen 8 und 16 Jahren liegt diese Grenze bei 200 Yuan (rund 26 Euro). Kindern unter acht Jahren sind In-Game-Käufe untersagt. Um die Einhaltung der strengen Regeln zu kontrollieren, will China eine Spielerdatenbank anlegen. Alle Spiele auf allen Plattformen dürfen künftig nur noch mit einer Klarnamen-Registrierung verwendet werden, die in dieser Datenbank abgelegt wird. Sie enthält die Personendaten des Spielers und dessen Alter. Wer ein Spiel spielen will, dass durch das neue Freigabesystem für dessen Alter noch nicht geeignet ist, der soll es mit seinem Account erst gar nicht starten können.

Minderjährige machen etwa 20 Prozent von Chinas Internetnutzern aus. Mit strengen Regeln für das Spielen sowie Auflagen für die Spielebranche will die Regierung nicht nur Spielsucht bekämpfen, sondern unter anderem auch die Kurzsichtigkeit bei Jugendlichen und Kindern.

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