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Chemical-Love: Polizei zerschlägt größten Drogen-Webshop Deutschlands

03.05.2016 | 15:32 Uhr |

Die Polizei hat den größten Drogen-Webshop Deutschlands zerschlagen: Chemical-Love. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Die Polizei hat am 14. April 2016 zeitgleich in Rülzheim, in Stuttgart und in Weissach fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 60 Jahren festgenommen, weil die Festgenommenen einen Webshop für Drogen betrieben haben sollen.

Die Staatsanwaltschaft Verden, Zentralstelle für Internetkriminalität wirft den Tatverdächtigen vor, als Gruppierung „Chemical-Love" über ein vorwiegend deutschsprachiges Dark-Market-Forum sowie über einen eigenen Webshop, der sowohl im offenen Internet (Clearnet) sowie über das Tornetzwerk (Darknet) online erreichbar war, Kokain und diverse synthetische Drogen vertrieben zu haben. Die Polizei stellte zirka 54 kg Amphetamin, 4 kg Heroin, rund 1,3 kg Kokain und etwa 25.000 Ecstasy-Tabletten sicher.

Kunden-orientiert

Kaufinteressenten bestellten die Drogen entweder auf dem Dark-Market-Forum über einen foruminternen Messenger-Dienst oder im Webshop über dessen Warenkorbsystem. Die angebotenen Drogen wurden in einer Gesamtübersicht bebildert dargestellt. Jedes angebotene Betäubungsmittel war außerdem einzeln anwählbar.

Die Käufer bezahlten ausschließlich in Bitcoins, also in der Krypto-Währung, deren Schöpfer nach wie vor nicht zweifelsfrei festgestellt ist. Die bestellten Betäubungsmittel wurden den Kunden anschließend auf dem Postweg zugesandt. Bis zu 50 Postsendungen pro Tag wurden auf diesem Weg verschickt, wie die Staatsanwaltschaft Verden erläutert.

Die Staatsanwaltschaft Verden wirft der Gruppierung „Chemical-Love" vor, als Bande im Zeitraum Mai 2015 bis zum Zeitpunkt der Festnahme in mehr als 1500 Fällen Betäubungsmittel über den Webshop im Gegenwert von mindestens 1,3 Millionen Euro verkauft zu haben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Verden am 15.04.2016 gegen die fünf Tatverdächtigen Haftbefehle wegen des Haftgrunds der Verdunkelungs- und Fluchtgefahr erlassen.

Auf die Spur der Tatverdächtigen waren die Ermittler im Zusammenhang mit einer internationalen Initiative zur Bekämpfung illegaler Handelsplätze im Internet gestoßen. Hierbei werden gezielt Dark-Market-Foren und illegale Webshops auf ihre Aktivitäten untersucht, wie die Staatsanwaltschaft erklärt. Zu diesem Zweck ist eigens eine Ermittlungsgruppe bei der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) der Polizeidirektion Hannover eingerichtet worden, die sich mit den Verfahren aus dieser Operation befasst.

Dabei stießen Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft auf die Gruppierung „Chemical-Love", die mindestens seit Mai 2015 ihre Webshops zum Verkauf von Betäubungsmitteln betreibt. Die Zentralstelle für Internetkriminalität der Staatsanwaltschaft Verden führte zunächst die Ermittlungen, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, von welchem Tatort aus die Tatverdächtigen ihre Webshops betrieben. Parallel zur Festnahme am 14. April 2016 gelang es, die Server mit den Domains zu den Online-Webshops in den Niederlanden und Bulgarien zu beschlagnahmen.

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