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"Call of Duty"-Swatter muss 20 Jahre in den Knast

01.04.2019 | 09:41 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Ein US-Gericht hat einen Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt, dessen falscher Polizei-Notruf fatale Folgen hatte.

Ein US-Bezirksgericht hat den 26-jährigen Tyler R. Barriss zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt. Barriss hatte im Streit um eine verlorene Wette über 1,50 US-Dollar im Spiel "Call of Duty: WWII" bei der Polizei angerufen und behauptet, bei seinem Kontrahenten finde gerade eine Geiselnahme statt, bei der schon eine Person umgekommen sei. In der Szene wird dies als "Swatting" bezeichnet, weil in solchen Fällen ein SWAT-Team der US-Polizei ausrückt, um die Situation zu lösen. Vor Gericht gab Barriss zu, insgesamt 51 solcher Anrufe über einen längeren Zeitraum durchgeführt zu haben. Der Staatsanwalt erklärte, dass das Urteil ein starkes Signal sende: "Swatting ist kein Streich." Es ist das erste Mal, dass in den USA ein Swatter zu so einer langen Haftstrafe verurteilt worden ist.

Der Hoax-Anruf nach der verlorenen 1,50-US-Dollar-Wette hatte schlimme Folgen. Ein befreundeter Gamer stiftete Barriss dazu an, bei der Polizei anzurufen und zu berichten, beim Kontrahenten gäbe es eine Geiselnahme mit bereits einem Opfer: Am Telefon nannte Barriss im Jahr 2017 aber eine alte Adresse des Kontrahenten, der dort nicht mehr wohnte. Als die Polizei das Haus stürmte, wurde dann ein völlig unbeteiligter Bewohner erschossen, wie US-Medien berichten.

Vor Gericht entschuldigte sich Barriss vor der Urteilsverkündung nochmals bei der Familie des Opfers. Er nehme aber die volle Verantwortung für das Geschehene auf sich. Vor Gericht wurde Barriss als "Einzelgänger" bezeichnet, der "Trost in der Gaming-Community gefunden" habe, indem er zum Serien-Swatter wurde. Die Familie des Opfers zeigte sich erleichtert vom Urteil, forderte aber auch eine Bestrafung des Polizisten, der sofort durch die noch verschlossene Tür geschossen habe.

Als Mittäter wurden sowohl die Person verurteilt, die Barriss zum Anruf bei der Polizei angestiftet hatte, als auch die Person, gegen die sich der Anruf eigentlich richten sollte. Letztere Person landete ebenfalls vor Gericht, weil sie Barriss auf Twitter wissentlich die alte Adresse genannt hatte. Die Urteile gegen diese beiden Personen sollen zu einem späteren Zeitpunkt gefällt werden.

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