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CDU: Mit Newsroom und Krisenradar gegen neue Rezo-Pleite

02.10.2019 | 10:41 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die CDU will künftig Blamagen wie mit dem Rezo-Video vermeiden. Mit einem 24-Stunden-Newsroom, Krisenradar, Krisenhandbuch und einem dreistufigen Alarmsystem.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak will seine Partei im Internet und in den sozialen Netzen besser aufstellen. Damit soll die CDU künftig Blamagen vermeiden, wie die Partei sie mit dem „Die Zerstörung der CDU“-Video des Youtubers Rezo erlebt hat. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Als der bis dahin für einen Großteil der Deutschen kaum bekannte Youtuber Rezo sein provokantes rund 55 Minuten langes Video veröffentlichte, reagierte die Union völlig überfordert – und einige Tage lang erstmal überhaupt nicht. Und Partei-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer leistete sich zusätzlich Social-Media-Fehltritte wie beispielsweise ihren Tweet zur Oberbürgermeisterwahl in Görlitz. Das soll der CDU in Zukunft aber nicht mehr passieren, weshalb Ziemiak in der Parteizentrale im Rahmen seines Konzeptpapiers "Neu.Start." einige Strukturen ändern will. So will der Generalsekretär im Konrad-Adenauer-Haus bis Ende 2019 einen "Newsroom" mit insgesamt rund 12 Mitarbeitern einrichten, die auf allen Kanälen für die CDU kommunizieren.

Mit Hilfe eines "Krisenradars" will die CDU rund um die Uhr rechtzeitig potenzielle Probleme erkennen können, die sich im Internet beziehungsweise in den sozialen Netzwerken „zusammenbrauen". Ein dreistufiges Alarmsystem („Beobachten, Vorbereiten, Eingreifen") soll derartige Vorkommnisse erfassen und gegebenenfalls eine Reaktion seitens der Partei darauf auslösen. Zudem will die CDU regelmäßige Berichte dazu erstellen, worüber das Netz diskutiert und was die Wähler bewegt. Und wo dabei die Rolle der CDU gesehen wird.

Für die Mitarbeiter der CDU-Zentrale soll ein "Krisenhandbuch" erstellt werden, um peinliche Reaktionen in der Zukunft zu vermeiden. Dieses Handbuch soll in einer abgespeckten Variante auch von den CDU-Landesverbänden genutzt werden. Damit die CDU schneller reagieren kann, will der Generalsekretär außerdem „die Zahl der sogenannten Freigabeschleifen reduzieren“, die für eine Veröffentlichung erforderlich sind.

P.S. Die CDU sucht aktuell Social-Media-Manager.

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