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Bundeswehr verliert Drohne in Afghanistan

17.11.2020 | 09:26 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundeswehr hat in Afghanistan eine ihrer modernen Überwachungsdrohnen verloren. Soldaten zerstörten die nicht bergungsfähigen Reste der Drohne.

Die Bundeswehr hat bei ihrem Einsatz in Afghanistan eine Drohne verloren. Das meldet der auf Wehrthemen spezialisierte Blog Augengeradeaus unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Dabei handelt es sich um eine Aufklärungsdrohne vom Typ Heron 1 aus israelischer Produktion.

Die Heron 1 ging demnach östlich von Mazar-e-Scharif nieder. Laut Bundeswehr wurde die Drohne nicht etwa abgeschossen, sondern musste wohl aufgrund eines technischen Defekts notlanden. Der Pilot der Drohne konnte die Drohne bei der Notlandung anscheinend noch steuern. Menschen sollen dabei nicht zu Schaden gekommen sein. Damit die Drohne nicht den Taliban oder anderen Kräften in die Hände fällt, bargen Soldaten der NATO-geführten Resolute Support Mission Teile der Drohne und zerstörten den Rest der Drohne. Die Bundeswehr muss die Drohne also als Totalverlust abschreiben.

Nach dem Verlust dieser Drohne kann die Bundeswehr derzeit nur noch zwei weitere Drohnen des Typs Heron 1 in Afghanistan einsetzen. Die Bundeswehr hat die Drohnen geleast, für den Unterhalt und die Wartung ist Airbus zuständig. Den eigentlichen militärischen Betrieb steuern aber Soldaten der Bundeswehr. Wobei militärischer Betrieb ausschließlich Aufklärungsflüge bedeutet. Mehr dazu lesen Sie hier: Diese Drohnen nutzt die Bundeswehr zur Aufklärung .

Denn die Bundeswehr setzt Drohnen im Unterschied zu den USA, aber auch zu anderen Staaten wie der Türkei oder Aserbaidschan nicht zu Kampfzwecken ein. Die Diskussion darüber, ob die Bundeswehr auch Drohnen für den Kampfeinsatz bekommen soll, zieht sich schon länger hin.

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Laut augengeradeaus hat die Bundeswehr bisher mindestens vier Aufklärungsdrohnen in Afghanistan verloren. Die Heron 1 ist 8,5 Meter lang, hat eine Spannweite von 16.6 Meter und kann bis zu 210 km/h schnell fliegen. Sie wird von einem Viertaktmotor mit 115 PS angetrieben, kann bis zu 10.000 Meter hoch und bis zu 27 Stunden lang fliegen. Die in der Drohne verbauten Kameras wiegen bis zu 250 Kilogramm.

 


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