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Bundeswehr-Spürhunde sollen Corona erkennen

06.07.2020 | 10:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundeswehr bildet Spürhunde dafür aus bei Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus zu erkennen.

Hunde sollen bald Corona-Infizierte Menschen durch Schnüffeln erkennen können. Denn die Bundeswehr bildet derzeit Spürhunde dafür aus Menschen mit einer SARS-CoV-2-Infektion zu erkennen, wie die Bundeswehr mitteilt .

Das Prinzip dahinter: Spürhunde, die sonst Rauchgift oder Sprengstoff erschnüffeln, sollen nun eine Infektion mit dem Coronavirus erschnüffeln, indem sie den Geruch erkennen, der durch die molekulare Zusammensetzung bei einem Corona-Infizierten entsteht. Entsprechend ausgebildete Hunde können nämlich durchaus Krankheiten an deren spezifischen Geruch identifizieren. So können Hunde bestimmte Krebserkrankungen erschnüffeln und auch die Unterzuckerung bei Diabetikern erkennen. Die Erkennung von Menschen, die sich mit dem SARS-VoV-2-Virus infiziert haben, wäre aber etwas neues.

Derzeit führt die Bundeswehr ein entsprechendes Training mit zehn Hunden bei der Diensthundeschule der Bundeswehr beim rheinland-pfälzischen Ulmen durch. Die Diensthundeschule arbeitet dabei mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover zusammen.

Der dreijährige belgische Schäferhund Donnie ist einer der zehn Hunde, mit denen die Bundeswehr das Erkennen einer Coronainfektion testet. Donnie ist bereits ein ausgebildeter Sprengstoffspürhund und Schutzdiensthund. Neben Schäferhunden befinden sich auch Spaniel und Retriever unter den zehn Hunden.

Derzeit liegt die Trefferquote bei den Hunden bei rund 80 Prozent, wie die Bundeswehr mitteilt. Die Testphase ist aber noch nicht abgeschlossen. Erst danach will sich die Bundeswehr dazu äußern, ob die Hunde tatsächlich in der Lage sind bei einem Menschen eine Infektion mit SARS-CoV-2- zuverlässig zu erschnuppern.

Die Bundeswehr lässt die Hunde am Speichel von infizierten Personen schnuppern. Zuvor werden die Viren aber „chemisch inaktiviert, also unschädlich gemacht“. Sobald die Versuchsreihe mit den inaktiven Viren erfolgreich abgeschlossen ist, geht es in die nächste Runde. Dann müssen die Hunde aktive Viren im Speichel erkennen. Dabei muss die Bundeswehr aber die Rahmenbedingungen ändern, damit sich keine mit den Speichelproben befassten Menschen infizieren. Und natürlich sollen sich auch die Hunde nicht selbst anstecken. Denn in seltenen Fällen sollen sich Haustiere bereits bei Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Sollten die Versuche erfolgreich abgeschlossen werden, stellt sich die nächste, verfassungsrechtliche Frage: Dürfen die Bundeswehrhunde denn im Inneren überhaupt eingesetzt werden? Und in welchen Bereichen genau? Denn anders als in vielen anderen Staaten wird in Deutschland der Einsatz der Armee im Inland durch streng verfassungsrechtliche Vorgaben reguliert und unterliegt oft einer empfindlichen politischen Stimmungslage.

Ähnliche Experimente mit Spürhunden laufen auch in Großbritannien, Finnland und Frankreich.

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