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Bundeswehr: Software für Maschinengewehr kostet extra

15.10.2019 | 13:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundeswehr muss für eine Software-Anpassung in Zusammenhang mit dem Maschinengewehr MG5 extra zahlen, obwohl das MG mit der entsprechenden Lafette überhaupt noch nicht ausgeliefert wurde.

Die Bundeswehr schreibt wieder mal Negativschlagzeilen im Bereich Waffenbeschaffung: Für eine Aufnahmevorrichtung für das neue Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr, das MG5, ist eine Software-Anpassung erforderlich. Dieses lässt sich der Lafetten-Hersteller mit weiteren 2,4 Millionen Euro bezahlen, wie der wehrtechnische Blog augengeradeaus berichtet. Obwohl das MG in der zu überarbeitenden Variante überhaupt noch nicht an die Truppen ausgeliefert wurde.

Konkret handelt es sich um das MG5 (Kaliber 7,62mm x 51, mit Gasdrucklader) in der Version für die sogenannten „Fernbedienbaren Leichten Waffenstationen vom Typ FLW100“. Für diese FLW100 ist das Software-Update noch vor der Auslieferung an die Bundeswehr nötig. Diese Fernbedienbare leichte Waffenstation 100 wird zum Beispiel auf gepanzerten Fahrzeugen eingesetzt. Zu den 2,4 Millionen für die Anpassung der Software kommen noch die Kosten für „die Beschaffung der Rüstsätze“ (knapp 24 Millionen Euro) und weitere 4,1 Millionen Euro für die „Musterintegration“. Dieser ganze Vorgang wird als Einrüstung bezeichnet. Um Missverständnisse zu vermeiden: Das eigentliche MG5 von Hersteller Heckler & Koch funktioniert ohne Software. Lediglich für die Aufnahmevorrichtung FLW100 von Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG ist Software erforderlich.

Die Fernbedienbare Leichte Waffenstation FLW100 von Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG.
Vergrößern Die Fernbedienbare Leichte Waffenstation FLW100 von Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG.
© kmweg.de/home/bewaffnung/fernbedienbare-waffenstationen/flw-100/produktinformation.html

In den Kommentaren zu dem Bericht auf augengeradeaus wird heftig darüber diskutiert, was die Software-Anpassung so aufwändig macht, dass dafür 2,4 Millionen Euro zusätzlich anfallen sollen. Denn die Software liegt ja grundsätzlich schon vor, sie muss eben nur noch angepasst werden.

Das MG5 soll das seit Jahrzehnten bewährte MG3 als Standardmaschinengewehr der Bundeswehr ablösen. Da das MG3 nichts anderes ist als eine Weiterentwicklung des MG42 der Deutschen Wehrmacht (das "42" im Namen bezeichnet das Jahr der Entwicklung, nämlich 1942), handelt es sich beim MG3 als letztendlich um eine modifizierte Waffe aus dem zweiten Weltkrieg. Dessen Nachfolger MG5 wird von dem Rüstungsunternehmen Heckler & Koch gefertigt, der vor einiger Zeit wegen seines Sturmgewehres G36 heftig in die Kritik geriet. Doch bis das MG5 das uralte MG3 tatsächlich vollständig ersetzt haben wird, dürften noch einige teure Jahre vergehen.

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