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Bundeswehr: Neues Drohnenabwehrsystem mit 40-Millimeter-Kanone

05.12.2019 | 14:36 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundeswehr schafft ein Waffensystem zur Drohnenabwehr an. Eine 40-Millimeter-Granatmaschinenwaffe zerstört die Drohnen mit einem Splitterregen.

Die Bundeswehr kauft für 24,5 Millionen Euro ein mobiles Waffensystem zur Drohnenabwehr, wie augengeradeaus schreibt. Das Drohnenabwehrsystem – die Fachbezeichnung für derartige Drohnen-Killer lautet Counter Unmanned Aerial Systems (C-AUS) - stammt von dem norwegische Rüstungsunternehmen Kongsberg.

Das Drohnenabwehrsystem basiert auf der fernbedienbaren Protector-Waffenstation ( Protector Remote Weapon Station RWS ) von Kongsberg. Bevor das Waffensystem eine oder mehrere Drohnen zerstören kann, muss es diese aber erst einmal identifizieren. Die Protector-Waffenstation bekommt dafür weiter entwickelte Sensoren, Tracking-Algorithmen und zusätzliche Techniken. Dafür arbeitet Kongsberg mit dem deutschen Unternehmen Hensoldt zusammen, das das Radarsystem liefert, das auf die Erkennung und Verfolgung von Flugdrohnen spezialisiert ist.

Deutschland ist laut Kongsberg das erste Land, das ein Drohnenabwehrsystem auf Basis des Protector anschafft. Diese Waffenstation verfügt über eine 40-Millimeter-Granatmaschinenwaffe, die Airburst-Munition verschießt. Airburst-Munition explodiert in der Luft und erzeugt einen großen Splitterregen; es handelt sich dabei also letztendlich um eine Art Schrapnell-Geschoss. Es lassen sich aber auch andere Kanonen und auch Flugabwehrraketensysteme integrieren.

Das Drohnenabwehrsystem ist zum Einsatz auf Fahrzeugen vorgesehen: Die Waffenstationen sollen auf Boxer-Radpanzern von Rheinmetall eingesetzt werden. Die Boxer können also Truppen im Einsatz begleiten und direkt vor Ort gegen angreifende Drohnen verteidigen. Aber genauso gut kann dieses System auch feste Ziele wie Flughäfen, Versorgungsbasen oder Industrieanlagen schützen. Gerade Terrorgruppen benutzen zunehmend die vergleichsweise preiswerten Drohnen mit militärische und terroristische Zwecke, wie die Beispiele in Syrien und im Irak, aber auch in Saudi-Arabien zeigen: Drohnenangriff auf weltgrößte Raffinerie.

Der Radpanzer Boxer von Rheinmetall soll das Drohnenabwehrsystem tragen.
Vergrößern Der Radpanzer Boxer von Rheinmetall soll das Drohnenabwehrsystem tragen.
© Rheinmetall

Die Anzahl der tatsächlich angeschafften Systeme ist allerdings überschaubar: Für die 24,5 Millionen Euro bekommt die Bundeswehr exakt zehn Abwehrsysteme. Diese sollen in den nächsten 24 Monaten an die Bundeswehr geliefert werden, wie Esut schreibt.

Protector RWS von Kongsberg
Vergrößern Protector RWS von Kongsberg

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