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Bundeswehr: Nagelneuer Hubschrauber darf nicht fliegen

28.11.2019 | 15:01 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Deutsche Marine bekommt endlich hochmoderne Marine-Hubschrauber geliefert. Doch diese dürfen vorerst nicht fliegen. Das elektronische Handbuch des NH90 SeaLion ist offensichtlich fehlerhaft.

Die fast schon endlose Pannengeschichte der Bundeswehr ist um ein neues Kapitel reicher. Hersteller Airbus Helicopters hat es endlich geschafft, das erste Exemplar des nagelneuen und hochmodernen Marine-Hubschraubers NH90 SeaLion an die Deutsche Marine auszuliefern. Doch die Verantwortlichen der Deutschen Marine beziehungsweise im Bundesverteidigungsministerium haben entschieden, dass der nagelneue Marine-Hubschrauber und auch die nächsten Exemplare vorerst nicht starten dürfen.

Laut dem auf Wehrthemen spezialisierten Weblog Augengeradeaus sieht die Bundeswehr „erhebliche Fehler in der technischen Dokumentation der Maschinen“. Hersteller Airbus Helicopters habe bereits zugesichert diese zeitnah zu beheben.

Insgesamt 18 neue Sea Lion sollen die bisher verwendeten SeaKing ersetzen. Die SeaKing-Transporthubschrauber sind seit Jahrzehnten im Einsatz und müssen altersbedingt dringend ersetzt werden. Die Sea Lion sollen der Marine als Transporthubschrauber und für Such- und Rettungsdienste über Nord- und Ostsee dienen.

Das Verteidigungsministerium spricht weiter von „der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation“, wodurch „zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden“ könne. Und weiter: „Eine akribische und lückenlose Dokumentation ist die Grundlage für strukturiertes und damit sicheres Handeln, ob im Grundbetrieb oder im Einsatz. Daher verzichten wir auf einen vorschnellen Beginn des Ausbildungsflugbetriebes noch in diesem Jahr. Der Hersteller hat zugesagt, die noch erheblichen Fehler in der Dokumentation schnellstmöglich zu beheben.“

Konkret geht es um das elektronische Handbuch, die so genannte "Interaktive Elektronische Technische Dokumentation (IETD)". Darin fanden die Bundeswehrexperten „in deutlich mehr als 150 Positionen Unregelmäßigkeiten“. Beispielweise fehlten „Informationen zum Abschmieren beweglicher Bauteile oder fehlende Verlinkungen für die Abbildung von Wartungsschritten.“

Der Sea Lion schrieb bereits vor einigen Jahren Negativ-Schlagzeilen. Damals machte die Meldung die Runde, dass der Marine-Hubschrauber nicht über Nord- und Ostsee fliegen darf. Ein Marine-Hubschrauber ist aber nun einmal in erster Linie für Einsätze über Wasser gedacht...

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