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Bundesregierung prüft Weltraumbahnhof in Deutschland

21.10.2019 | 14:11 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Deutschland braucht einen eigenen Weltraumbahnhof. Und 2024 soll eine deutsche Astronautin mit der NASA zum Mond fliegen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier prüft den Bau eines Weltraumhafens in Deutschland, wie Spiegel Online berichtet. Er reagiert damit auf eine Forderung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), nach der Deutschland einen eigenen privaten Weltraumhafen benötigen würde. Die Bild-Zeitung zitiert Altmaier folgendermaßen: „Anfang 2020 werde ich Eckpunkte für ein Weltraumgesetz vorlegen. Raumfahrt begeistert viele Menschen und sichert Tausende Arbeitsplätze in Deutschland. In der Satellitentechnik sind wir führend. Deshalb werde ich den Vorschlag des BDI für einen Weltraumbahnhof gern prüfen.“

Der BDI hatte betont, dass die Raumfahrt für Gesellschaft und Industrie von zentraler Bedeutung sei. Bereits heute würde die deutsche Industrie über eine weltweit einmalige Kernkompetenz in der Raumfahrt verfügen. Der BDI fordert deshalb die Bundesregierung dazu auf das Weltraumbudget von derzeit 285 Millionen Euro auf mehr als 700 Millionen Euro zu erhöhen. Frankreich habe laut BDI ein ähnlich großes Budget für die Raumfahrt.

Der Bau eines privaten Weltraumhafens in Deutschland ist dabei eines der Kernziele des BDI. Die Bundesregierung sollte die Voraussetzung für den Bau eines privaten Weltraumhafens in Deutschland schaffen und eine deutsche Trägerrakete für kleine Nutzlasten durch Ausschreibung und Auftragsvergabe fördern. „Wenn Deutschland keine Möglichkeit schafft, werden neue Systeme von anderen europäischen Staaten starten“, sagte der BDI-Präsident. "In den kommenden Jahren würden immer mehr Megakonstellationen mit zum Teil 12.000 Satelliten im erdnahen Orbit entstehen, die zum Beispiel weltweiten Internetzugang ermöglichen sollen. Der Bedarf an kleinen Trägerraketen würde massiv steigen."

Als mögliche Standorte für kleine Raketen (Micro-Launcher), die Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen, werden die Flughäfen Rostock-Laage in Mecklenburg-Vorpommern oder Nordholz in Niedersachsen genannt. Typischerweise befinden sich Weltraumbahnhöfe aber in Äquatornähe, damit die Raketen mit den auszusetzenden Satelliten schnell die äquatoriale Umlaufbahn erreichen. Zudem liegen Weltraumbahnhöfe meist in dünn besiedelten Gebieten, damit bei einem Fehlstart niemand zu Schaden kommt, wie Spiegel Online betont.

Ein weiteres Ziel des BDI in Sachen Raumfahrt: Bei der Rückkehr der NASA zum Mond, die für das Jahr 2024 geplant ist, sollte eine deutsche Astronautin mit dabei sein. Deutsche Unternehmen seien bereits federführend die Hersteller des europäischen Service-Moduls für das amerikanische Raumschiff Orion. Darauf sollte Deutschland aufbauen und sich als zentraler Partner der USA für die Rückkehr zum Mond im Jahr 2024 einbringen. „Eine gemeinsame bemannte Mondmission mit einer deutschen Astronautin wäre ein starkes transatlantisches Signal, würde die Begeisterung für Raumfahrt und MINT-Berufe stärken und neue technologische und wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen“, unterstrich BDI-Präsident Dieter Kempf.

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