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Bundesnetzagentur droht O2 und 1&1 Strafen an

02.03.2020 | 16:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundesnetzagentur droht O2 und 1&1 Strafen an, weil diese für die Rufnummernmitnahme weiterhin hohe Gebühren verlangen.

Die Bundesnetzagentur hat laut einem Bericht von Teltarif O2 und 1&1 Drillisch Strafen angedroht. Beide Unternehmen würden von ihren Kunden zu hohe Gebühren für die Rufnummernportierung erheben.

Die Möglichkeit der Rufnummernportierung ist gesetzlich vorgeschrieben: Wenn ein Kunde seinen Mobilfunkanbieter wechselt, darf er seine alte Telefonnummer mitnehmen (innerhalb eines Konzernverbundes gilt das allerdings nicht). Allerdings dürfen Mobilfunkanbieter dafür eine Gebühr erheben. So viel ist unstrittig. Über die Höhe dieser Gebühr gibt es allerdings Meinungsverschiedenheiten.

Die Bundesnetzagentur will laut Teltarif die Mobilfunkanbieter dazu bringen für die Rufnummernmitnahme nur noch einen vergleichsweise niedrigen Betrag zu berechnen. Denn die Telekommunikationsunternehmen dürfen ihren wechselwilligen Kunden laut Gesetz nur die tatsächlichen Kosten, die beim Wechsel entstehen, in Rechnung stellen. Die Bundesnetzagentur hält hierfür maximal 6,82 Euro für angemessen; diesen Betrag soll kein Mobilfunkanbieter ab dem 20. April 2020 mehr überschreiten.

Laut Bundesnetzagentur würden viele Mobilfunkunternehmen ihre Rufnummernmitnahmegebühr tatsächlich demnächst senken beziehungsweise habe diese bereits gesenkt. Doch neben einigen kleineren, nicht genannten Unternehmen, weigern sich auch Branchengrößen wie O2 und 1&1 Drillisch diese Senkung umzusetzen. Deshalb hat die Bundesnetzagentur gegen die beiden Unternehmen ein Verfahren eingeleitet.

Telefónica/O2 bestätigte uns auf Nachfrage, dass man das Ergebnis des Verfahrens abwarten wolle. Eine Telefónica-Sprecherin antwortete uns folgendermaßen: „Es ist richtig, dass die Bundesnetzagentur Verfahren gegen mehrere Anbieter der Mobilfunkbranche eingeleitet hat, da sie die marktüblichen Gebühren für eine Rufnummernmitnahme als zu hoch erachtet. Das Ergebnis dieser Verfahren gilt es abzuwarten. Wir wollen im Sinne der Verbraucher eine Prüfung der tatsächlich anfallenden Kosten. Und es sollte sichergestellt werden, dass sich alle deutschen Mobilfunkanbieter an neue Portierungsentgelte halten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diese laufenden Verfahren nicht weiter kommentieren.“ Die Wechselgebühr für o2-Kunden liege derzeit noch bei 29,95 Euro, für Kunden der Marke Blau bei 24,95 Euro.

1&1 Drillisch berechnet für seine verschiedenen Marken unterschiedliche Wechselgebühren, maximal 29,95 Euro. 1&1 Drillisch will mit einer Preissenkung auf eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes warten. Das bestätigte uns ein Sprecher von 1&1 Drillisch auf Nachfrage.

Die Bundesnetzagentur droht allerdings für Unternehmen, die ab dem 20. April mehr als 6,82 Euro verlangen, Bußgelder an. Laut Giga.de können die betroffenen Unternehmen, zu denen auch Freenet Mobile gehören soll, bis zum 11. März 2020 eine Stellungnahme abgeben.

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