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Bundesnetzagentur: So langsam surfen wir in Deutschland mobil und im Festnetz

14.06.2022 | 14:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundesnetzagentur hat ihre neuesten Berichte zu Festnetz und Mobilfunk vorgelegt: Die meisten Nutzer surfen langsamer, als es ihre Verträge versprechen. Doch das stört anscheinend kaum einen Kunden.

Die Bundesnetzagentur hat ihre Jahresberichte 2020/2021 zur Breitbandmessung veröffentlicht. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, fasst die Berichte mit diesen Worten zusammen: "Die Ergebnisse sind noch nicht zufriedenstellend. Kunden erreichen weiterhin oft nicht die versprochene Internetgeschwindigkeit".

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So lahmt das Festnetz

In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Im Festnetz erhielten 83,5 Prozent der Nutzer über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg im Download mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Nur bei 36,5 Prozent der Nutzer wurde diese Bandbreite voll erreicht oder überschritten. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Bandbreiteklassen und Anbietern deutliche Unterschiede, wie die Bundesnetzagentur betont.

Erstaunlich: Die meisten Kunden (80,3 Prozent) waren mit der Leistung ihres Breitbandanschlusses trotzdem zufrieden (Noten 1 bis 3). Weniger als 10 Prozent der Kunden bewerteten ihren Anschluss mit den Noten 5 oder 6.

So kriecht der Mobilfunk

Im Mobilfunk lag das generelle Niveau deutlich unter dem im Festnetz. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download nur 20,1 Prozent der Nutzer (2019/2020: 17,4 Prozent) mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate und nur bei mickrigen 2,6 % der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten (2019/2020: 2,1 %).

In höheren Bandbreiteklassen stellte die Bundesnetzagentur tendenziell niedrigere Prozentwerte in Bezug auf das Erreichen der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate fest. Auch im Mobilfunk zeigen sich wie im Festnetz hinsichtlich der Anbieter Unterschiede. Falls Sie also einen Wechsel des Anbieters planen, sollten Sie sich den Bericht für die mobilen Breitbandanschlüsse genauer anschauen.

Die Endkunden bewerteten die Anbieter weit überwiegend mit Noten von 1 bis 3 (75,7 Prozent).

Methodik der Berichte

Der sechste Jahresbericht umfasst laut Bundesnetzagentur den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021. Insgesamt wurden für die Messung mit der Desktop-App 167.985 (seit dem 1. Februar 2021) und für die Browsermessung 315.638 valide Messungen gezählt (bis zum 1. Februar 2021). Im Mobilfunk waren es 441.233 valide Messungen. Da es im stationären Bereich eine methodische Umstellung gab, sind die Ergebnisse hier aufgrund unterschiedlicher Erhebungsverfahren nicht mit den Vorjahren vergleichbar.

Die neuen Berichte und die Vorgängerberichte finden Sie hier.

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