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Buch-Aufbau, Test-Simulator und Fazit

05.11.2008 | 11:44 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die für die Prüfung relevanten Befehle werden prägnant und ohne überflüssiges Beiwerk vorgestellt und erklärt. Gelegentlich bekommt man auch Zusatzinformationen, die über den eigentlichen Stoffumfang der LPIC-1-Prüfung hinaus gehen, zum tieferen Verständnis aber von Vorteil sind. Dies wird dann aber immer eigens erwähnt, sodass der Prüfling nicht versehentlich zu viel Zeit auf das Erlernen von für die Prüfung überflüssigen Stoff aufwendet. Außerdem weist der Autor immer wieder auf Stolperfallen und Verwechslungsgefahren hin - beispielsweise bei der oft sehr ähnlichen Namensgebung zwischen Client-Programmen und Daemonen.

Der Aufbau der einzelnen Unterkapitel ist konsequent übersichtlich gehalten: Nach der Überschrift kommt die Gewichtung für die Prüfung. Danach werden die in diesem Kapitel behandelten Wissensgebiete skizziert und die behandelten Dateien, Verzeichnisse und Anwendungen aufgelistet. So gewinnt man sofort einen Überblick darüber, an welcher Stelle des Linuxsystems man sich gerade tummelt.

Ein kleines Manko: Mit der Lektüre dieses Buches ist es nicht getan, durchgehend im ganzen Buch verweist der Autor darauf, dass man sich selbstständige ergänzende Informationen in den entsprechenden Manpages zum jeweiligen Befehl besorgen muss. Das ist zwar aus Platzgründen verständlich, trotzdem aber etwas umständlich, da der Autor zu jedem Befehl nur einige der möglichen Optionen vorstellt und erklärt.

Der Prüfungssimulator lässt sich konfigurieren
Vergrößern Der Prüfungssimulator lässt sich konfigurieren
© 2014

Dem Buch liegt eine CD mit zwei spannenden Inhalten bei: Zum einen das bekannte und 1100 Seite starke Linux-Handbuch von Galileo Computing - man bekommt also zwei Bücher zum Preis von einem. Und zum anderen einen Prüfungssimulator für die LPIC-Prüfung. Das macht Sinn, denn diese Prüfung ist kein Zuckerschlecken, eine möglichst realitätsnahe Vorbereitung darauf also enorm wichtig. Der Prüfungssimulator lässt sich konfigurieren, so können Sie die Anzahl der Fragen und die dafür bereitgestellte Zeit angeben. Nach Abschluss des Tests bekommen Sie eine detaillierte Lösungsanalyse. Lobenswert: Der Prüfungssimulator liegt als HTML-, XML-, Javascript- und Flash-Dateien für den Browser vor, er ist somit plattformunabhängig. Man kann sich also auch an einem Windows-PC auf die Linux-Prüfung vorbereiten.

Eine der Fragen...
Vergrößern Eine der Fragen...
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Was bedeutet eigentlich LPIC?
Das Linux Professional Institute ist keineswegs die einzige Einrichtung, die Prüfungen zum Nachweis qualifizierender Linux-Kenntnisse anbietet. Doch die LPIC-Prüfung dürfte die bekannteste Linux-Prüfung sein. Sie versteht sich als weltweit anerkannter Qualifikationsnachweis für praxistaugliche Linux-System-Kenntnisse. Mit einem LPI-Zertifikat können besonders Seiteneinsteiger bei der Jobsuche einen ausschlaggebenden Vorteil haben.

Fazit : Wer bereits vorhandene Linux-Grundkenntnisse vertiefen und/oder sich auf die LPIC-Prüfung vorbereiten will, für den ist dieses Buch goldrichtig. Administratoren dürften dieses Buch auch gut zum Nachschlagen benutzen können. Linux-Einsteiger sollten dagegen zu einer leichter verdaulichen Lektüre greifen, bei der auch die typischen Anwendungsprogramme wie Textverarbeitung, Browser und Bildbearbeitung und typische Oberflächen wie KDE und Gnome erklärt werden. Außerdem dürfte es einem Linux-Einsteiger leichter fallen, wenn er Linux anhand einer konkreten Distribution lernt.

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