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Borderlands 3 gespielt: Extrem launiger Gag-Shooter mit Influencer-Bossen

22.08.2019 | 11:29 Uhr |

Borderlands 3 ist der abgedrehteste Shooter der Gamescom: Mit herrlichem Humor, echten Gag-Salven, aber auch viel Tiefe in seinen RPG-Koop-Mechaniken. Borderlands 3 im Hands-On-Test.

Borderlands 3 - das ist wie nach Hause kommen. So als hätten wir vor satten sieben Jahren die Schlüssel weggelegt und jetzt wiedergefunden. Gleich zu Beginn begrüßt uns Kumpel Claptrap - jener gelbe Roboter, der immer sarkastisch aufgelegt ist. Mittlerweile wurde er zu General Claptrap befördert und bezeichnet uns als Rekrut. In der ersten Mission empfiehlt er Stealth als Strategie, sprengt aber aus Versehen das Tor - die Hölle bricht los. „Keine Sorge Rekrut, dein Sarg ist bestellt. Viel Erfolg.“ Ja, den Humor von Borderlands muss man mögen, aber wer das tut, der wird hier voll abgeholt.

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Die Story: Durchgeknallte Influencer sorgen für Gags ohne Ende

Wir wollen an Tyreens Schatz ran. Sie glaubt, wir wollen ein Selfie.
Vergrößern Wir wollen an Tyreens Schatz ran. Sie glaubt, wir wollen ein Selfie.
© 2k Games

Borderlands war schon immer anders: Skurriler, witziger, ziemlich sarkastisch und mit den durchgeknalltesten Charakteren, die ein Sci-Fi-Universum auffahren kann. Fans werden sich fragen: Gelingt das auch mit Borderlands 3? Klare Antwort: Sieht richtig gut aus, weil von der Hauptstory bis in die einzelnen Nebenquests jede Figur ihre eigene Geschichte zu erzählen hat, die häufig sehr skurril ist. Und das sind auch unsere Antagonisten, die Kalypso-Zwillinge.

Das sind die Chefs einer Sekte namens Children of the Vault. Der Clou: Die Zwillinge checken nicht, dass wir als Schatzjäger eigentlich an ihren Vault, also ihre schwer gesicherte Festung ran wollen, um mächtige Alienwaffen zu klauen. Sondern denken die ganze Zeit, wir wären schleichende Super-Fans. Die Beiden sehen nämlich nicht nur aus wie die Chef-Hipster vom Dienst, sie sind auch Streaming-Stars auf diversen Planeten.

Tyreen etwa, die Diva unter den Bösen, glaubt, wir würden ihr hinterherjagen für ein Selfie und macht sich darüber permanent auf ihren Social-Media-Channels lustig. Die Gags sind durch die Bank gut geschrieben und nehmen viele Alltagstrends auf die Schippe: Da gibt’s den Robo-Barista, der uns auf Wunsch sein Angebot vorliest, wo jeder Name ähnlich unnötig kompliziert ist, wie bei Starbucks. Und Claptrap singt, rappt und breakdanct, während wir ballern - herrlich skurril, herrlich anders.

Krawalliger 4 Spieler-Koop-Shooter mit tausenden Waffen

Proving Grounds ist ein Modus für Profis: Auf Zeit müssen hier besonders knackige Level absolviert werden.
Vergrößern Proving Grounds ist ein Modus für Profis: Auf Zeit müssen hier besonders knackige Level absolviert werden.
© 2k Games

Doch wie spielt sich das? Abwechslung wird in Borderlands 3 groß geschrieben. Wo zum Beispiel ein Anthem 10 Waffen hatte, bewirft uns dieser Shooter förmlich mit neuen Schießprügeln. Das macht den größten Spaßfaktor aus: Sie ballern selten mit dem gleichen Sturmgewehr, sondern finden permanent Shotguns mit Energie-Blast, kinetische Scharfschützengewehre, Raketenwerfer, die Schwarmraketen abfeuern können - die Entwickler sprechen von Millionen von Waffen, die von einem smarten Generator in den Leveln verteilt werden. Es gibt quasi eine Grundbasis an Sets, die das Spiel zu individuellen Waffen zusammensetzt. Das ist mehr als beeindruckend, weil jeder Schießprügel liebevoll designt ist und aussieht, als hätte man ihn per Hand konzipiert.

Häufig haben diese Argumentationsverstärker auch ein skurriles Zweitleben: Werfen wir diese weg, verwandeln sie sich schon mal in ein Gewehr auf Beinen, welches rumläuft und ballert. Oder ein Gehirn, welches Gegner mit Säure schwächt. Oder Granaten, die sich in der Luft teilen in drei Baby-Granaten. Es gibt auch Raketenwerfer, wo man nach Abschuss in die Perspektive des Geschosses wechselt und diese direkt auf einen Panzer, Mech oder Mutant im Schneeleoparden-Look abschießt, der in einem Level des neuen Modus Proving Grounds der Chef ist. Hier gilt es ein komplettes Level innerhalb von 30 Minuten abzuschließen, um Boni einzuheimsen. Ziemlich knackig und eine echte Herausforderung, auch für Shooter-Profis.

Diesen Modus haben wir alleine gespielt, so richtig aufblühen tut Borderland 3 aber mit bis zu drei Freunden im 4er-Koop. Schön: Sind gerade keine Freunde zur Hand, tut die K.I. ihren Job - sie ballert aktiv, heilt, stellt sich relativ smart an. Aber am meisten Spaß ergibt sich im Team, eben weil die Waffen so extrem abwechslungsreich sind. Wer die Borderlands-Serie nicht kennt, wird überrascht sein, wie viel Tiefe in den einzelnen Rollenspielmechaniken steckt. Nicht nur was das Aufskillen der einzelnen Charaktere angeht, sondern auch den vielen unterschiedlichen Eigenschaften der Waffen, die in der Regel vom Fabrikant abhängt - die Welt von Borderlands 3 wird nämlich nicht von Regierungen kontrolliert, sondern der Waffenindustrie, die sich gegenseitig bekriegen.

Die neuen Klassen: Gunner, Sirene, Operative und Biester-Beschwörer

Die vier Klassen haben sehr unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die sich deutlich stärker unterscheiden als in etwa The Division 2.
Vergrößern Die vier Klassen haben sehr unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die sich deutlich stärker unterscheiden als in etwa The Division 2.
© 2k Games

Auch beim Klassensystem geht Borderlands 3 seine eigenen Wege: Anders als in etwa The Division 2 sind die Klassen direkt mit einem Charakter verbunden, den wir sehr ausführlich kennenlernen. Das ist durchaus charmant gemacht, weil Moze als weiblicher Gunner ihren Mech liebevoll “Iron Bear“ nennt - Eiserner Bär und mehr wie ein Haustier behandelt, denn eine Kampfmaschine. Moze kann natürlich ganz normal ballern, aber als Spezialfähigkeit im Iron-Man-Stil diesen riesigen Roboter um sich herum aufbauen lassen.

Cool: Im Koop können wir als Mitspieler einen der Geschütztürme auf Iron Bears Kopf bedienen und so mit schwerer Artillerie anrücken und den Mech intensiv ausrüsten - etwa mit Raketen-Pods, Mörsern, Lasergeschossen.

Amara hingegen ist eine Sirene, eine magisch angehauchte Figur, die etwa einen Astral-Arm aus dem Boden schnellen lassen kann, der Gegner festhält und zum Durchlöchern freigibt - sehr praktisch, um die Flammenwerfer-Mech-Bodyguards eines Bosses in Schach zu halten. Amara ballert weniger, schlägt dafür mit bis zu sechs Armen um sich. Zane füllt die Funktion des Operative aus und bringt viele Supporter-Gadgets mit: Etwa eine Energiewand, die sein Team schützt, eine schießwütige Drohne namens SNTNL und einen digitalen Klon, der hervorragend geeignet ist, um feindliche Truppen in Fallen zu manövrieren. Und Fl4k ist schließlich ein  Beastmaster - hier wird der coole Cyborg-Droide von bis zu drei Tieren unterstützt: Einer Spinne mit Hightech-Prothesen, ein Gedanken kontrollierter Hund, dem Hörner wachsen und einem tätowierten Affen, der sich für einen schießwütigen Cowboy hält. Das ist eben Borderlands.

Viel mehr Abwechslung geht nicht: In Borderland 3 werden sie förmlich beworfen mit unzähligen Waffenkreationen, die zum Ausprobieren, Taktieren und Meistern einladen.
Vergrößern Viel mehr Abwechslung geht nicht: In Borderland 3 werden sie förmlich beworfen mit unzähligen Waffenkreationen, die zum Ausprobieren, Taktieren und Meistern einladen.
© 2k Games

Fazit: Borderlands 3 große Stärke ist seine Vielfalt: Es beginnt zwar auf Pandora, einer Mad-Max-ähnlichen Wild-West-Welt, führt dann aber zu einem Hightech-Planeten, irgendwie zwischen Das fünfte Element und Blade Runner. Dann gibt’s einen Planeten, der eher einen mittelalterlichen Touch hat, fast in Richtung Game of Thrones geht. Zudem finden Sie permanent coole Schießprügel, die sich nicht nur gut anfühlen und ein gutes Trefferfeedback liefern, sondern sich auch enorm unterschiedlich spielen. Und schließlich braucht ein Borderland 3 natürlich seine Gag-Paraden: Witzig und gekonnt, wie 2K Games und Gearbox mit Pop-kulturellen Themen wie Hipster- und Influencer-Kultur spielt.

Borderlands 3 erscheint am 13. September für PC, Xbox One und PS4.

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