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Chef, Du warst super!Gibt’s Euch noch?Bonus-Tipp

04.09.2007 | 16:30 Uhr | Christian Löbering

"Sie waren der beste Chef meines Lebens." "Sie mich auch."
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5. Zeigen Sie Dankbarkeit für alles, was Sie vom alten Arbeitgeber empfangen durften – am besten schriftlich. Dies merken sich vor allem Chefs, die aus naheliegenden Gründen selten von ihren Mitarbeitern gelobt werden. Der Grat dabei ist schmal, denn wenn Sie zu dick auftragen, wird man Ihnen nicht glauben, sondern Sie zurecht für einen Heuchler und Speichellecker halten (besonders, wenn Ihr Abschiedschreiben an den Chef seine Runde durch die Belegschaft macht, in deren Gegenwart Sie sich zuvor immer über die vielen Facetten der Inkompetenz Ihres Vorgesetzten ausgelassen haben). Verhalten Sie sich nüchtern und denken Sie positiv zurück – das gilt als Zeichen der persönlichen Reife.

6. Halten Sie den Kontakt zu Ihren Ex-Kollegen aufrecht, zumindest im ersten Jahr. So können Sie die eigene Neugier befriedigen, wie es dem Unternehmen ohne Ihre tatkräftige Unterstützung ergangen ist. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn es Ihre alte Firma auch zwei Wochen nach Ihrem Ausscheiden noch existiert – davon ist erfahrungsgemäß auszugehen. Seien Sie bescheiden, wenn Sie mit ehemaligen Kollegen über die Erfahrungen im neuen Job sprechen. Differenzierte Aussagen sind stets glaubwürdiger als laute Jubelarien.

Wenn Ihre neue Arbeit tatsächlich schlechter als die alte Position ist, haben Sie ein Problem. Dieses verschärft sich, weil Sie mit niemandem aus der alten Firma darüber reden dürfen! Sonst laufen Sie Gefahr, dass man Sie für Ihren "Karrieresprung" auch noch verhöhnt und Sie als totaler Loser in die Geschichte des Unternehmens eingehen. Klagen Sie – wenn überhaupt – unterschwellig über die intellektuellen Herausforderungen, die vielen Dienstreisen und das hohe Arbeitspensum im neuen Job. Dann wird zumindest unterstellt, dass Sie am ganz großen Rad drehen und bereit sind, Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen.

Ziehen Sie in Gegenwart Ihrer neuen Kollegen nicht über den alten Arbeitgeber her! Die Verlockung ist zwar groß, sich mit einem derartigen Verhalten emotional abzunabeln und den Wechsel für sich selbst zu rechtfertigen. Zudem könne man, so die Hoffnung, damit die Bindung zu den neuen Kollegen stärken. Das ist jedoch ein Trugschluss: Der neue Arbeitgeber und die Kollegen wünschen sich Mitarbeiter, die sich für das neue Unternehmen entschieden haben und nicht gegen die alte Firma. Zudem sind Menschen, die stets schmutzige Wäsche waschen, nicht wirklich cool. (ajf)

Der Artikel stammt von der Computerwoche, der führenden Zeitschrift für IT-Entscheider.

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