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Boeing 747 erhält Updates noch immer über 3,5-Zoll-Disketten

13.08.2020 | 08:45 Uhr | Michael Söldner

Das Navigationssystem des über 30 Jahre alten Flugzeugtyps wird über 3,5-Zoll-Disketten aktualisiert.

Passagierflugzeuge gelten gemeinhin als modern und sicher. Im Falle des 1988 eingeführten Jumbo-Jet Boeing 747 trifft dies auf den Aspekt "modern" wohl nur teilweise zu. Im Rahmen der Ausmusterung von mehreren Boeing 747-400 im Rahmen der durch das Coronavirus gesunkenen Passagierzahlen bei British Airways kam ein interessantes Detail ans Tageslicht: Nach Angaben der Sicherheitsforscher von Pen Test Partners, die ein solches Flugzeug genauer inspizieren konnten, werden Sicherheitsupdates für das Flugzeug von 3,5-Zoll-Disketten eingespielt . Konkret werden über das Floppy-Laufwerk im Cockpit Datenbanken für das Navigationssystem aktualisiert. Alle 28 Tage wandern aktuelle Daten über die vorsintflutlichen Datenträger in das System des Flugzeugs. Da die Datenbanken über die Jahre immer größer ausfallen, müssen Techniker einmal im Monat bis zu acht Disketten in das System einspielen. 

Im Rahmen der diesjährigen Def Con Konferenz wurde Sicherheitsforschern ein 25-minütiger Rundgang durch eine Boeing 747 zur Verfügung gestellt. Diese sollen nach Möglichkeiten suchen, wie Passagiere während des Fluges auf das System des Fliegers Einfluss nehmen könnten. Speziell das Unterhaltungssystem der Flugzeuge könnte als Einstiegstor genutzt werden. Erst im vergangenen Jahr fand ein Sicherheitsexperte einen Bug, mit dem sich ein Pufferüberlauf provozieren lies. Mit einer USB-Maus ließ sich das Unterhaltungssystem zum Absturz bringen. Zugriff auf sicherheitsrelevante Systeme ließen sich so aber nicht umsetzen.

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