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Black Friday: Streiks bei Amazon in Deutschland

26.11.2020 | 08:07 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

An den sieben Amazon-Versandzentren in Deutschland soll seit gestern Nacht gestreikt werden.

Es ist schon ein regelmäßiges Ritual: Auf Amazon ist Großkampftag und die Gewerkschaft Ver.di ruft zum Streik auf. So auch heute zum Black Friday 2020 - dessen Schnäppchen stellen wir Ihnen hier vor.

Ver.di hat seine Mitglieder bei Amazon dazu aufgerufen, mit Beginn der Nachtschicht von Mittwoch (25.11.) auf Donnerstag an den sieben Amazon-Versandzentren in Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Rheinberg, Werne, Graben bei Augsburg und Koblenz drei Tage lang zu streiken. Ziel des Streikaufrufs ist wie immer die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels durch Amazon sowie der „Abschluss eines Tarifvertrags für gute und gesunde Arbeit“, wie es Ver.di formuliert.

„Den Kolleginnen und Kollegen wird seit acht Jahren die geforderte tarifvertragliche und existenzsichernde Entlohnung vorenthalten. Gleichzeitig macht der Konzern mit dem reichsten Mann der Welt an der Spitze durch Coronavirus-Pandemie, Black Friday, Cyber Monday und im Weihnachtsgeschäft riesige zusätzliche Milliardengewinne“, kritisiert Orhan Akman, der bei Ver.di für den Einzel- und Versandhandel zuständig ist.

Ver.di wirft Amazon zudem vor, dass es Schutzmaßnahmen in den Versandzentren missachten und die Gesundheit der Beschäftigten den maximalen Profitzielen opfern würde. Mehrere hundert Amazon-Beschäftigte hätten sich bereits mit dem Coronavirus infiziert. Die vorgeschriebenen Abstände der Beschäftigten zueinander würden sich laut Ver.di in Stoßzeiten kaum einhalten lassen. Amazon weist diese Vorwürfe zurück und betont seine Schutzmaßnahmen gegen Corona.

Ver.di ruft seit 2013 regelmäßig an besonders nachgefragten Tagen zu Streiks an den Amazon-Standorten auf. In der Vergangenheit hatten die Streikaufrufe aber kaum spürbare Konsequenzen für Amazon-Kunden. Denn Ver.di hat unter den Amazon-Mitarbeitern offensichtlich nicht genügend Mitglieder, um mit seinen Streiks den Versand entscheidend beeinträchtigen zu können. Ein Beispiel dafür liefert die Süddeutsche Zeitung: Im Logistikzentrum in Graben bei Augsburg arbeiten 1800 Menschen. Doch nur 300 bis 350 werden dort vermutlich streiken.

Amazon weist jedes Mal die Vorwürfe von Ver.di zurück. Auch das hat schon Ritualcharakter.

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