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Betrüger imitieren CEO per Deepfake-Voice und erbeuten 243.000 US-Dollar

04.09.2019 | 12:35 Uhr | René Resch

Betrüger imitierten mit Hilfe einer KI-basierten Stimmen-Software einen CEO eines Unternehmens und erbeuteten so 243.000 US-Dollar.

Neben Deepfake-Apps, die Nacktbilder aus normalen Fotos zaubern, oder Deepfake-Videos, die von einem echten kaum noch zu unterscheiden sind, ist anscheinend nun die Nutzung von Deepfake-Voice-Technologien, die Stimmen gekonnt fälschen können, im Kommen.

Wie Thenextweb berichtet, ist nun auch der erste Fall bekannt geworden, bei dem eine KI-basierte Stimme genutzt wurde, um einen CEO einer Firma zu imitieren. Das Unternehmen wurde durch die KI-Stimme um 243.000 US-Dollar betrogen.

Dabei nutzten die Betrüger kommerziell erhältliche KI-Software, um sich als Chef einer deutschen Muttergesellschaft auszugeben, die ein britisches Energieunternehmen besitzt. Den Vorstandsvorsitzenden des Energieunternehmens haben die Betrüger dazu gebracht, innerhalb von einer Stunde das Geld an einen angeblichen ungarischen Lieferanten zu überweisen, mit Garantie, dass die Überweisung sofort wiedererstattet werden sollte.

KI imitierte deutschen Akzent und Stimmmuster

Die KI-Stimme war dabei wohl sehr überzeugend, samt deutschem Akzent und Stimmmuster. Laut dem Bericht des Wall Street Journals soll dem Betrogenen dabei nichts Ungewöhnliches aufgefallen sein. Die Betrüger versuchten die Masche sogar ein zweites Mal durchzuziehen, der britische CEO weigerte sich dann allerdings, die Zahlung zu leisten.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Geld von Ungarn nach Mexiko und andere Standorte transferiert wurde. Zuständige Behörden sind aktuell noch mit den Ermittlungen beschäftigt. Die Versicherung des Unternehmens erstattete in der Zwischenzeit das Geld. Die Namen der betrogenen Unternehmen wurden nicht bekanntgegeben.

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