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Berliner Polizei warnt vor Tesla: Wegen Spionage – das steckt dahinter

23.06.2022 | 12:10 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Berliner Polizei verbietet Teslas die Zufahrt auf bestimmte Polizeigelände. Alle Inspektionen sollen ihre Gefährdungslage prüfen.

Die Berliner Zeitung berichtet , dass die Berliner Polizei vor Tesla-Fahrzeugen warnt . Diese könnten Polizeidienststellen ausspionieren. Aktuell dürfen Teslas deshalb nicht das Gelände des Berliner Polizeipräsidiums und des Landeskriminalamtes befahren. Auf dem Gelände der Polizeiinspektionen dürfen Teslas derzeit aber noch geparkt werden. Doch diese Dienststellen sollen nun prüfen, ob sie Tesla-Fahrzeuge auch weiterhin auf ihr Gelände lassen wollen.

Der Grund für den "Spionage-Alarm" sind die zahlreichen in den Teslas verbauten Kameras sowie der Sentry-/Wächtermodus, der im Tesla aktiviert werden kann. Diese Kameras können permanent und ereignisunabhängig das Geschehen rund um die Teslas aufzeichnen. Die Kameras könnten auf dem Polizeigelände sicherheitsrelevante Bereiche wie Munitionsbunker oder Zivilfahrzeuge mit Tarnkennzeichen oder Zivilfahnder sowie Spezialkräfte filmen. Ein Problem stellen auch beschlagnahmte Teslas dar: Diese müssten vielleicht mit Planen abgedeckt werden, wenn sie auf Polizeigelände abgestellt werden, wie der Berliner Tagesspiegel schreibt .

Obendrein werden diese Aufnahmen auch noch an die Tesla-Server weitergeleitet und dort gespeichert. Diese Server stehen in den Niederlanden. Was mit diesen Aufzeichnungen in den Niederlanden passiert, sei für die Tesla-Besitzer nicht nachvollziehbar. Außerdem sei es für "Interessierte" möglich, diese Daten anzufordern.

Kurioserweise sei sogar ein hoher Polizeibeamter der Berliner Polizei von dem Verbot betroffen, wie der Tagesspiegel berichtet . Denn der Leiter der Direktion 2 im Westen von Berlin fahre selbst einen schwarzen Tesla und parke diesen bisher auf dem Polizeigelände.

Bei der Berliner Polizei wird nun anscheinend darüber nachgedacht, wie mit Beamten zu verfahren ist, die mit dem Tesla zur Arbeit kommen. Für diese seien konkrete Fahrstrecken und Parkplätze mit Sichtschutz auf dem Polizeigelände denkbar, wie der Tagesspiegel ergänzt.

Dieses Verbot ausgerechnet durch die Berliner Polizei dürfte Tesla umso härter treffen, weil Tesla ja in seiner Gigafactory in Grünheide vor den Toren von Berlin das Tesla Model Y für den deutschen Markt produziert: Tesla Model Y – Rasender Pampersbomber im Test .

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