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Berater verdienen mehr als Security-Experten

18.09.2020 | 10:15 Uhr |

Die Gehälter der IT-Führungskräfte steigen um drei Prozent, die der IT-Fachkräfte um 1,5 Prozent. So lautet das Ergebnis der exklusiven Vergütungsstudie von gehalt.de und der COMPUTERWOCHE.

Die höchsten Gehälter erzielen in diesem Jahr IT-Berater mit 78.700 Euro und lösen damit den IT-Security-Spezialisten ab, der die vergangenen zwei Jahre das Ranking der bestbezahlten IT-Berufe anführte. Immerhin belegt der Sicherheitsprofi Rang zwei und verdient rund 73.920 Euro im Jahr.

"Der hohe Bedarf an schwer zu bekommenden IT-Consultants in immer neueren Einsatzgebieten und Branchen führt zu einem Anstieg im Gehalt dieser Berufsgruppe", kommentiert Philip Bierbach, Projektleiter der Gehaltsstudie und Geschäftsführer der Gehalt.de GmbH, zu der auch die Website Compensation Partner gehört.

IT-Spitzenverdiener unter sich

Zu den Spitzenverdienern unter den IT-Fachkräften ohne Personalverantwortung gehören auch die Mobile- und Backend-Entwickler , die im Schnitt zwischen 71.000 und 73.000 Euro Jahresgehalt einstreichen und, wie nicht anders zu erwarten, die SAP-Berater mit einem Jahresgehalt von knapp unter 70.000 Euro. Das Schlusslicht bilden die Support-Mitarbeiter, deren Salär zwischen 37.000 bis 44.000 Euro ausmacht.

Einsteiger mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung erreichen im Schnitt rund 51.700 Euro. Mit zunehmender Erfahrung steigen die Gehälter an, sprich, mit drei bis fünf Jahren kommen IT-Mitarbeiter auf rund 54.000 Euro jährlich, bei neun bis zwölf Jahren auf 59.200 Euro. Wer mehr als dreizehn Jahre im Geschäft ist, hat im Schnitt ein Jahresgehalt von 72.600 Euro.

In Sachen Ausbildung war und ist das Motto: Je höher der Abschluss, desto dicker das Portemonnaie - wie auch die aktuelle Erhebung bestätigt. Heißt: Der Doktor wird mit 82.350 Euro im Jahr honoriert, der Master mit rund 70.000 und beim Bachelor sind es 56.880 Euro. Wer eine Lehre absolviert, verdient 51.590 im Jahr. Wichtiger Hinweis: Bei den Zahlen handelt es sich nicht um Einstiegsgehälter, sondern um Einkommen, die im Schnitt mit dem jeweiligen Abschluss zu erreichen sind.

Größere Firma, höheres IT-Gehalt

Nach wie vor hat die Unternehmensgröße starken Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Je größer das Unternehmen, umso höher die Vergütung. "Allein schon deshalb, weil größere Unternehmen häufiger tarifgebunden sind", wie Studienprojektleiter Bierbach kommentiert. In einem mittelständischen Betrieb mit bis zu 100 Mitarbeitern nimmt der Computerfachmann heuer rund 55.900 Euro nach Hause, im Vorjahr waren es 52.700 Euro. Wechselt er zu einem größeren Mittelständler mit bis zu 1000 Beschäftigten, sind es gleich rund 5.000 Euro mehr pro Jahr. Bevorzugt er einen Konzern, kommen noch einmal rund 17.000 Euro drauf, insgesamt macht das dann etwa 77.500 Euro.

Bei den Führungskräften ist die Gehaltsschere zwischen Mittelstands- und Konzern-Manager verständlicherweise größer. 135.420 Euro per annum erhält die Führungskraft in den Firmen unter 100 Mitarbeiter, rund 15.000 Euro mehr gibt es für sie in Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter. Der Konzern-Manager darf sich über 142.250 Euro im Jahr freuen. Wobei die Studienersteller betonen, dass mit Führungskraft all diejenigen mit Personalverantwortung gemeint sind.

Große Gehaltsunterschiede lassen sich auch zwischen den Regionen feststellen. Während Arbeitgeber in den teuren Metropolen wie Frankfurt am Main und München rund 20 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt bezahlen, müssen sich IT-Mitarbeiter in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein mit zehn bis 15 Prozent unter dem Durchschnitt bescheiden. Relativ stark bleibt das Gefälle zwischen Ost und West. So zahlen Firmen in Städten wie Cottbus und Frankfurt an der Oder sogar 30 Prozent unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Die Branche macht das IT-Gehalt

Eklatant sind die Einkommensunterschiede auch zwischen den Branchen. Top-Branchen, also die am besten zahlen, sind Biotechnologie, Halbleiter und Maschinenbau. Gehalt.de hat in einer Sonderauswertung festgehalten, wo die Differenzen am Beispiel der IT-Berater besonders groß ausfallen. In den obengenannten Branchen erhalten die Consultants im Schnitt zwischen 87.000 und 97.000 Euro im Jahr. Die Liste der Branchen, die weniger gut zahlen, führen die Autohäuser, das Handwerk und die Steuerberater an. Hier verdienen IT-Berater um die 60.000 Euro im Jahr. Schlusslicht bilden die Call Center, Zeitarbeitsfirmen und Krankenhäuser, wo die Berater zwischen 47.000 und 58.000 in der Tasche haben.

Aktuell haben laut gehalt.de rund 27 Prozent aller IT-Fachkräfte eine Prämienregelung vereinbart. Der Prämienanteil beläuft sich im Schnitt auf 7212 Euro jährlich. Rund 26 Prozent aller Fachkräfte in der IT-Wirtschaft erhalten Arbeitgeberleistungen zur betrieblichen Alstervorsorge. Der Anteil selbst beträgt 1.665 Euro. Einen Firmenwagen fahren dagegen nur rund neun Prozent aller IT-Fachkräfte. Der Neuwert des Wagens liegt durchschnittlich bei 36.428 Euro.

Im Vergleich dazu erhalten knapp 61 Prozent aller Führungskräfte in der IT-Wirtschaft Prämien. Die Prämie selbst liegt bei 26.566 Euro. Rund 41 Prozent aller Manager erhalten Arbeitgeberleistungen zur betrieblichen Alstervorsorge, wobei diese durchschnittlich 3.168 Euro ausmacht. Rund 46 Prozent der befragten Chefs fahren einen Dienstwagen , dessen Neuwagenwert im Durchschnitt bei 49.859 Euro liegt. 4,9 Prozent aller IT-Fachkräfte, deren Daten ausgewertet wurden, haben eine Überstundenregelung, die einen finanziellen Ausgleich der Überstunden vorsieht. Wer eine solche Regelung hat, kann sein Gehalt noch einmal um rund 4.042 Euro pro Jahr steigern, heißt es in der Studie.

Zur Gehaltsstudie:

Datenbasis:An der Studie beteiligten sich dieses Jahr 170 Unternehmen aus der IT-Wirtschaft, die insgesamt 1509 Datensätze geliefert haben. Weitere 10.564 Datensätze stammen aus Direktbefragungen von Fach- und Führungskräften. Insgesamt sind so 12.073 Datensätze eingeflossen. 941 Meldungen kamen zu Führungspositionen und 11.132 Meldungen zu Fach- und Spezialistenpositionen. Die Daten wurden von September 2018 bis August 2019 erhoben. Methode:Das auf Vergütungsdaten spezialisierte Hamburger Unternehmen gehalt.de hat Höhe und Struktur der Gehälter von insgesamt 19 IT-Funktionen und 12 IT-Funktionen untersucht. Innerhalb der Funktionen wurde nach Anspruchsstufen differenziert: IT-Berater etwa sind vom einfachen Consultant bis hin zum Manager mit Personalverantwortung analysiert worden. Zudem wurden die Gehälter nach Firmengrößen ausgewertet. Gehalt.de hat das Gesamt- und das Grundgehalt sowie sämtliche Nebenleistungen berechnet. Studie kaufen:Die Vergütungsstudie "IT-Funktionen" kann zum Preis von 680 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkostenpauschale) über die Homepage von gehalt.de bestellt werden. Sie richtet sich an Geschäftsführer, Personalleiter und Personalverantwortliche aus der IT-Wirtschaft sowie an Personal- und Unternehmensberater.

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