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Bei München: BMW baut eigene Batteriezellenfabrik

30.07.2020 | 14:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

BMW errichtet im Münchner Osten eine Batteriezellenfabrik. Allerdings nur zu Forschungszwecken. Der Steuerzahler finanziert die Fabrik mit.

BMW errichtet im Osten von München eine eigene Batteriezellenfabrik. Allerdings ausschließlich zu Test- unf Forschungszwecken, aber nicht zur Serienfertigung für seine Elektro-Fahrzeuge.

Denn BMW will genauso wie zum Beispiel Daimler auch künftig die Batteriezellen für seine Elektro-Autos nicht selbst fertigen, sondern von asiatischen Zulieferfirmen wie CATL beziehen. CATL baut derzeit in Thüringen eine Batteriezellenfabrik. Damit würde die Herstellung dieser Schlüsseltechnologie für Elektro-Autos wenigstens nach Deutschland geholt, wenn die Batteriezellen schon nicht von deutschen Unternehmen gefertigt werden. Aus den von den Asiaten angelieferten Batteriezellen fertigt BMW dann die Batterien für seine Elektroautos.

Das jetzt in Parsdorf im Osten von München errichtete „Pilotwerk zur Fertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen“ dient also nur dazu kleine Stückzahlen von Batteriezellen herzustellen. Diese benötigt BMW für seine Forschungen an der Batterietechnologie. Denn BMW will mit seinen asiatischen Zulieferern beim Know-How auf Augenhöhe sein und diesen genaue Vorgaben für die Fertigung machen können. Dazu muss BMW den gesamten Wertschöpfungsprozess für Batteriezellen in seiner Tiefe zu durchdringen: von der Auswahl der Materialien über die Zusammensetzung und das Design der Batteriezelle bis hin zu einer seriennahen Produktion und dem Recycling.

Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Produktion: „Im neuen Pilotwerk werden wir unsere Kompetenz im Bereich der Produktion von Batteriezellen vertiefen. Wir werden in der Lage sein, neue Anlagentechnik zu testen und innovative Produktionsabläufe zu erproben. Unser Ziel ist, die seriennahe Produktion von Batteriezellen hinsichtlich Qualität, Performance und Kosten zu optimieren…“.

Das Pilotwerk in Parsdorf soll Ende 2022 den Betrieb aufnehmen. Das Gesamtprojektvolumen beträgt knapp 110 Millionen Euro. Ungefähr 50 Mitarbeiter sollen im Pilotwerk arbeiten.

Erst im November 2019 hatte BMW ein eigenes Kompetenzzentrum Batteriezelle in München eröffnet, in dem es die gesamte Wertschöpfungskette der Batteriezelltechnologie abbildet, von der Forschung und Entwicklung über die Zusammensetzung und das Design der Batteriezelle bis hin zur Produzierbarkeit. PC-WELT besichtigte dieses Werk damals und konnte den gesamten Fertigungsprozess einer Batteriezelle Schritt für Schritt verfolgen.

Anhand des Know-hows aus dem Kompetenzzentrum Batteriezelle und künftig auch aus dem Pilotwerk will BMW die optimale Batteriezelltechnologie in kürzest möglicher Umsetzungszeit zur Serienreife bringen und seine Lieferanten für die Batteriezellproduktion entsprechend den eigenen Vorgaben befähigen.

Der Bau wird mit staatlichen Fördergeldern bezuschusst. Der Steuerzahler finanziert die neue BMW-Fabrik also mit.

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