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Beethoven X: KI komponiert Sinfonie

30.09.2021 | 09:30 Uhr | Peter Müller

Beethoven hat zu Lebzeiten nur einige Skizzen für seine Zehnte angefertigt. Gut 200 Jahre später vollenden Algorithmen das Werk.

Am Samstag, den 9. Oktober um 18.55 überträgt die  Deutsche Telekom live im Stream die Welturaufführung von Beethovens zehnter Sinfonie. Ein Jahr später als ursprünglich gedacht, aber Pandemie eben. Wie jetzt, die Zehnte? War nicht nach der Neunten Schluss, weil der in Bonn geborene Komponist im März 1827 im Alter von 56 Jahren an einer Lungenentzündung verstarb und Beethoven für die zehnte Sinfonie allenfalls Skizzen hinterließ?

Korrekt – das Werk zu Ende geführt haben auch nicht Schüler Beethovens, sondern eine künstliche Intelligenz. Denn diese analysierte sich durch Beethovens Gesamtwerk, um den Stil des Komponisten zu "verstehen" und darauf aufbauend anhand der Skizzen eine komplette Sinfonie zu erstellen. "Beethoven X: The AI Project" heißt das Ergebnis, auf das man gespannt sein darf. Algorithmen sind längst in der Lage, Kreationen so klingen oder aussehen zu lassen, als seien sie von bestimmten Komponisten oder Malern.

Aber auch wenn es wie Beethoven klingen wird, wird es eben nicht Beethoven sein. Vielleicht hätte er gar keine weitere Sinfonie schreiben wollen, sondern noch ein paar Klaviersonaten und -konzerte oder es gar nochmals mit einer Oper versucht – das kann die künstliche Intelligenz nicht entscheiden und nicht ihre Programmierer.

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