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Bayerische Polizei bekommt neue gepanzerte Anti-Terror-Fahrzeuge

24.02.2020 | 14:07 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die bayerische Polizei hat zwei gepanzerte Spezialfahrzeuge für Anti-Terroreinsätze erhalten. Sie schützen gegen Beschuss durch Sturmgewehre und gegen Minenexplosionen.

Die bayerische Polizei hat im Februar 2020 zwei gepanzerte Spezialfahrzeuge für Anti-Terroreinsätze erhalten, wie die auf Sicherheitsthemen spezialisierte Seite Esut berichtet. Dabei handelt es sich das Modell Enok 6.2 (Enok heißt der " Marderhund ") des Herstellers ACS Armoured Car Systems aus Derching, einem Ortsteil von Friedberg östlich von Augsburg. Die vollständige Modellbezeichnung lautet Enok LAPV ("Light Armoured Patrol Vehicle") 6.2.

Der Enok 6.2 besitzt ein Gesamtgewicht von über sechs Tonnen, deshalb die „6.2“ in der Modellbezeichnung. Er kann dabei 1 Tonne Nutzlast transportieren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h, die Länge liegt bei rund 5 Meter. Vier Personen finden darin dauerhaft Platz, kurzzeitig können auch sechs Personen mitfahren.

Als Basis für den Enok dient der Geländewagen Mercedes-Benz G. ACS Armoured Car Systems baut darauf seine besonders geschützte Version des Anti-Terrorfahrzeugs. Das Fahrzeug ist über zwei Meter breit und kann selbst steile Hänge hochfahren. Zur Bewaffnung und Ausstattung wollte sich die Polizei nicht äußern, bei der Übergabe war ein Maschinengewehr über der offenen Luke montiert. Die Panzerung soll gegen Beschuss durch Sturmgewehre und gegen Explosionen durch kleinere Minen schützen.

Der Enok 6.2 kann mit einem Hubschrauber oder einem Flugzeug transportiert werden. Neben dem Enok 6.2 gibt es auch noch eine schwerere Variante, den Enok 7.5. Der Enok ist nicht silber-blau wie ein Streifenwagen, sondern matt oliv wie ein Militärfahrzeug lackiert.

Die beiden Enok 6.2 gehen an Spezialeinsatzkommandos (SEK) der bayerischen Polizei und werden in München stationiert. Ein dritter Enok 6.2 soll bis Mai 2020 folgen und in Nürnberg seinen Standort finden. Der Freistaat Bayern zahlt rund 2,4 Millionen Euro für die beiden ersten Fahrzeuge.

Bayern entschied sich nach dem Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum in München im Jahr 2016 für die Anschaffung derartiger besonders stark gepanzerter Fahrzeuge für seine SEKs. Damit sollen die Beamten gegen stark bewaffnete Gewalttäter beziehungsweise Terroristen vorgehen. Außerdem sollen damit Menschen sicher aus einer Gefahrenzone gebracht werden.

Die Bundeswehr setzt den Enok schon seit einigen Jahren ein.

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