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Ballon-basierter Internetzugang ist gestartet

08.07.2020 | 12:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Alphabet (Google) hat den ersten kommerziellen Betrieb eines Internetzugangs via Ballon gestartet.

Alphabet macht mit seinem ambitionierten Internet-via-Ballon-Projekt Loon Ernst: In Kenia hat der Mutterkonzern von Google seinen erste kommerziellen Internetdienst gestartet, der auf einem Internetzugang basiert, der durch Ballons ermöglicht wird. Das berichtet The Verge .

Die insgesamt 35 Ballons von Loon ermöglichen ein 4G/LTE-Mobilfunknetz für die Kunden von Telkom Kenya. Das Netz soll eine Fläche von rund 50.000 Quadratkilometer im Westen und im Zentrum von Kenia abdecken. Auch die Hauptstadt Nairobi wird damit versorgt.

Alphabet hatte mit seinen Internet-Ballons bereits in Einzelfällen eine Internetversorgung ermöglicht. Beispielsweise 2017 in Puerto Rico, nachdem dort ein Hurrikan die Insel schlimm verwüstet und die Kommunikationsnetze zerstört hatte. Oder in Peru nach einem Erdbeben im Jahr 2019. Doch bisher wurde der Ballon-basierte Internetzugang nie groß angelegt für kommerzielle Zwecke genutzt.

Loon erprobt die in rund 20 Kilometer Höhe schwebenden Ballons schon seit einigen Monaten in Kenia. Bis jetzt soll es rund 35.000 Nutzer mit Internet versorgt haben. Im Downlink wurden im Juni 2020 Geschwindigkeiten von bis zu 18,9 Mbit/s erreicht. Im Uplink waren es bis zu 4,74 Mbit/s mit einer Latenz von 19 ms. Über den Ballon-getriebenen Internetzugang funktionieren die bekannten Dienste wie Mail, Voice over IP, Videotelefonie, Webbrowsing, WhatsApp, Youtube etc.

Jeder Ballon bleibt über 100 Tage im Einsatz, bevor er zur Erde zurückgeholt wird. Loon will mit seinem Ballon-gestützten Internetzugang eine Ergänzung zu Netzwerken bieten, die auf Satelliten oder Sendemasten basieren.

Es gibt allerdings auch Kritik an dem Vorgehen von Loon. Das Netzwerk würde teilweise Landesteile abdecken, die ohnehin schon über einen Internetzugang verfügen. Zudem könnten sich viele Kenianer die teuren 4G-Geräte nicht leisten.

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