Channel Header
2446999

Bärtierchen sind auf dem Mond gelandet - haben sie überlebt?

07.08.2019 | 15:11 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Bei der gescheiterten Landung der isrealischen Raumsonde im April rieselten Bärtierchen auf den Mond. Überlebten sie?

Gibt es vielleicht doch Leben auf dem Mond? Im April war die Landung der privat finanzierten israelischen Sonde "Beresheet" auf dem Mond gelandet. Ein Fehler im Antrieb der Sonde ließ den Landeanflug außer Kontrolle geraten, wodurch die Sonde dann auf dem Mond zerschellte . Die Sonde hatte unter anderem ein Backup der Menschheit an Bord, welches die Arch Mission Foundation erstellt hatte. In diesem Backup befanden sich aber nicht nur Informationen, sondern auch Lebewesen. Sie sollten dem Entdecker in ferner Zukunft zu Analysezwecken dienen.

Wie die US-Site Wired berichtet , enthielt das Archiv der Menschheit neben menschlicher DNA-Proben auch tausende lebende Exemplare der Bärtierchen. Die auch als "Wasserbären" bekannten Tierchen sind weniger als einen Millimeter klein. Sie sind so zäh, dass sie in nahezu jeder Umgebung überleben können - auch im All.

Was wurde aus den Tieren bei der gescheiterten Landung?

Die Sonde wurde bei der Landung zerstört, aber was wurde aus den Bärtierchen? Hat die Menschheit versehentlich Lebewesen auf den Mond gebracht, die dort nun herumkriechen und sich ungehemmt vermehren? Und vermehren können sich solche Bärtierchen in immenser Geschwindigkeit...

Die Arch Mission Foundation ist sich ziemlich sicher, dass der Behälter, in dem sich das Backup der Menschheit befand, den Absturz überstanden und sich nicht geöffnet hat. Das Backup selbst besteht auch aus vielen Schichten, in denen unter anderem die komplette englischsprachige Wikipedia gespeichert ist. Zusätzlich gibt es auch Epoxidharzschichten, in denen DNA-Informationen von Menschen abgelegt wurden.

In einem Klebeband zur Befestigung und Sicherung des Archivs an den Wänden der Sonde hatte die Arch Mission Foundation auch einige tausend Bärtierchen hineingelegt, allerdings nicht im lebenden Zustand, sondern dehydriert. Dabei befinden sich die Tierchen in einem Zustand, in dem sie wiederbelebt werden können - oder in der richtigen Umgebung sich selbst wiederbeleben könnten.

Im ungünstigsten Szenario könnten die dehydrierten Bärtierchen über die Mondlandschaft verstreut worden sein. Die Arch Mission Foundation ist sich ziemlich sicher, dass die Bärtierchen sich nicht aus dem dehydrierten Zustand wiederbeleben könnten. Dazu bräuchte es eine erdähnliche Atmosphäre. Und selbst für den noch unwahrscheinlicheren Fall, dass ein lebendes Bärtierchen sich dazwischen geschummelt haben könnte, dürfte die auf dem Mond herrschende Strahlung ihm ziemlich schnell den Rest geben.

Spannend wäre noch die Frage, ob ein Astronaut, der irgendwann in ferner Zukunft auf den Mond reist und auf die dehydrierten Bärtierchen stößt, diese dann auf der Erde wiederbeleben könnte.

Ist es erlaubt, Lebewesen auf den Mond zu befördern?

Der Wired-Artikel weist auch darauf hin, dass für Reisen zum Mond andere Regeln als für Reisen zum Mars gelten. Der Mars erfüllte mehr Bedingungen für die Existenz von Leben, weshalb für Mars-Missionen strengere Regeln gelten, um eine Kontamination der Oberfläche zu vermeiden.

Daher drohen der Arch Mission Foundation auch keine Strafen dafür, dass sie menschliche DNA und sogar (dehydrierte) Lebewesen bei der gescheiterten Mission auf der Mondoberfläche zurückgelassen habe. Es sei ohnehin nicht die erste menschliche DNA, die auf dem Mond herumliege, denn die Apollo-Astronauten hätten im Laufe der Jahre über 100 Tüten mit Exkrementen zurückgelassen.

 

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2446999