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BSI wiederholt Warnung vor Kaspersky

25.03.2022 | 12:11 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI hat seine Warnung vor Kaspersky wiederholt.

Eugene Kaspersky hat die Warnung des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI vor Kaspersky-Virenschutz-Software heftig kritisiert. Der russische Sicherheitsexperte warf dem BSI vor, seine Entscheidung nur aus politischen Gründen getroffen zu haben. Kaspersky bezeichnete die Vorgehensweise des BSI sogar als Beleidigung und sprach von „falschen und unbegründeten Anschuldigungen“. Kasperskys offenen Brief können Sie hier in deutscher Sprache nachlesen.

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Wir hatten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI am 17. März 2022, 9.45 Uhr um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Insbesondere interessierte uns, was das BSI zu dem Vorwurf sagt, dass die Warnung auf einer politischen Entscheidung beruhen würde. Am 24. März um 16.12 Uhr erreichte uns endlich eine Antwort des BSI. Doch obwohl die Behörde eine Woche für die Antwort benötigte, bestand die „Stellungnahme“ aus Copy & Paste aus der FAQ des BSI.

Konkret kopierte die Sprecherin des BSI den ersten Absatz aus der FAQ zu Kaspersky in die Mail an uns; die darin gemachten Aussagen standen im Wesentlichen bereits in der Pressemitteilung vom 15.3.:

„Virenschutzsoftware hat tiefgehende Eingriffsrechte in PCs, Smartphones, Laptops und andere IT-Infrastrukturen. Vertrauen in die Zuverlässigkeit und den Eigenschutz des jeweiligen Herstellers sowie seiner authentischen Handlungsfähigkeit ist daher entscheidend für den sicheren Einsatz solcher Systeme. Bestehen Zweifel hieran, birgt Virenschutzsoftware eben aufgrund ihrer tiefen Eingriffsrechte ein besonderes Risiko für eine zu schützende IT-Infrastruktur. Im Kontext des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, könnte ein russischer IT-Hersteller selbst offensive Operationen durchführen, oder gegen seinen Willen dazu gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden. Alle Nutzerinnen und Nutzer der Virenschutzsoftware können von solchen Operationen betroffen sein, Unternehmen und Behörden mit besonderen Sicherheitsinteressen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen in besonderem Maße. Daher empfiehlt das BSI, Anwendungen aus dem Portfolio von Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen.“

Der Fußballverein Eintracht Frankfurt hat nach Veröffentlichung der BSI-Warnung seine Zusammenarbeit mit Kaspersky als Sponsor beendet: Eintracht Frankfurt wirft Kaspersky als Sponsor raus. Vorangegangen waren einige Tage des Abwartens, in denen die Eintracht zunächst verlauten ließ, dass sie die Zusammenarbeiten fortsetzen wolle: Kaspersky - Partnerschaft mit Eintracht Frankfurt bleibt bestehen.

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