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BSI warnt: Verseuchte E-Mails von Bundesbehörden

19.12.2019 | 10:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Derzeit kursieren gefälschte Mails, die vorgeben von Bundesbehörden zu stammen. Sie verseuchen die Rechner der Empfänger mit dem gefährlichen Trojaner Emotet.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Mails mit angehängter Schadsoftware, die von Bundesbehörden kommen. Sie haben richtig gelesen: Absender der virenverseuchten Mails sind verschiedene Bundesbehörden, das BSI nennt allerdings keine Namen.

Denn dem BSI sind in den vergangenen Tagen mehrere bestätigte Emotet-Infektionen in Behörden der Bundesverwaltung gemeldet worden. Dazu kommen noch weitere Verdachtsfälle. Das BSI steht mit den betroffenen Behörden in engem Kontakt. Laut BSI handelt es sich um Erstinfektionen, die dazu führen würden, dass weitere Spam-Mails im Namen der Betroffenen verschickt werden. In den Behörden sei es laut BSI aber noch nicht zu Schäden gekommen, weil die Infektionen isoliert und bereinigt werden konnten.

Die Schadsoftware kommt entweder als Mailanhang (dabei handelt es sich um eine Office-Datei) oder über einen Link in der Mail, der auf eine virenverseuchte Webseite führt. Das BSI warnt vor dem Öffnen dieser E-Mails und Links.

Emotet ist fast schon ein Klassiker unter den Schadprogrammen und besitzt eine besonders gefährliche Eigenschaft: Der Trojaner kann auf bereits vorhandene Mail-Konversationen antworten und daher authentisch wirkende Mails zu verschicken. Den eigentlichen Schaden richtet Emotet dann mit nachgeladener Schadsoftware an. Diese verschafft den Angreifern meist Komplettzugriff auf das Netzwerk der Opfer. Damit können die Angreifer dann dessen Rechner verschlüsseln und Lösegeld erpressen.

Der Empfänger einer derart gefälschten Mail kann diese aber durchaus erkennen: Das BSI rät den Absendernamen genau zu prüfen und eben nicht nur auf den angezeigten Namen zu schauen. Sehen Sie sich auch den Inhalt der Mail genau an, ohne aber auf Links oder Mailanhänge zu klicken. Rufen Sie im Zweifel den Absender/die Absenderin an und fragen Sie, ob er/sie die Mail tatsächlich verschickt hat. Das BSI hat hier Ratschläge zum Umgang mit Emotet veröffentlicht.

Generell gilt als Sicherheitseinstellung für Microsoft Office: Sie sollten das Ausführen von Makros beim Öffnen von Office-Dokumenten unterbinden.

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