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BSI warnt: Coronakrise könnte IT-Sicherheit gefährden

21.10.2020 | 13:34 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das BSI warnt: Die Coronakrise könnte zu einer Gefahr für die Cybersicherheit werden. Alle Details zu dieser Bedrohung und zu weiteren Gefahren für die IT-Sicherheit lesen Sie im jetzt veröffentlichten Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2020. Gratis-Download.

Die Corona-Pandemie habe laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) großen Einfluss auf die Cyber-Sicherheitslage in Deutschland. Corona habe zwar für einen Digitalisierungsschub in Deutschland gesorgt – denken Sie dabei nur an die Themen Home Office (oftmals mit Verwendung privater Rechner für berufliche Zwecke), Videokonferenzen , Fernzugriff (VPN, Teamviewer oder Anydesk ) auf Bürorechner und Home-Schooling mit Laptop und Webcam. Doch diese neuen oder verstärkt genutzten IT-Mittel müssen auch entsprechend abgesichert werden, fordert das BSI in seinem „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020“, den Bundesinnenminister Horst Seehofer und BSI-Präsident Arne Schönbohm heute in Berlin vorgestellt haben.

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Home Office: Sicher arbeiten in Corona-Zeiten

Viele der oben genannten Maßnahmen zur beruflichen Bewältigung der Coronakrise seien spontan umgesetzt worden. IT- und Datensicherheit hätten dabei oft eine untergeordnete Rolle gespielt. Nachdem diese erste Krisenbewältigung umgesetzt wurde und mittlerweile hoffentlich alles rund läuft, fordert das BSI, dass nun die IT-Sicherheit entsprechend nachgerüstet wede, sofern das nicht schon geschehen sei. Andernfalls könnte eine mangelhafte Absicherung der neuen IT-Strukturen „in einigen Wochen oder Monaten“ negative Folgen haben, wie BSI-Präsident Arne Schönbohm meint.

Die aktuelle Gefährdungslage sei „weiterhin geprägt von Cyber-Angriffen mit Schadsoftware, die in immer neuen Varianten und mit teils ausgefeilten Methoden eingesetzt wird. Die Zahl der Schadprogramme übersteigt inzwischen die Milliardengrenze. Allein im Berichtszeitraum sind 117,4 Millionen neue Varianten hinzugekommen, somit etwa 320.000 neue Schadprogramme pro Tag.“ Das BSI fährt fort: „Weiterhin dominant ist die Schadsoftware Emotet, die das BSI schon vor rund zwei Jahren als gefährlichste Schadsoftware der Welt bezeichnet hatte. Sie bietet Angreifern zahlreiche fortschrittliche Angriffsmöglichkeiten. Daten werden immer öfter nicht nur verschlüsselt, sondern von Cyber-Kriminellen kopiert und ausgeleitet. Die Angreifer drohen zusätzlich damit, die Daten an Interessenten zu verkaufen oder zu veröffentlichen. Damit erhöhen die Angreifer den Druck auf das Opfer, der Lösegeldforderung nachzukommen.“

Das BSI registriert Cyber-Angriffe auf Unternehmen und Institutionen aller Größen und Branchen: Automobilhersteller und deren Zulieferer, Flughäfen und Fluggesellschaften, kleine und mittelständische Unternehmen, kommunale Verwaltungen, Krankenhäuser und Hochschulen seien von Ransomware-Angriffen betroffen. Ganz besonders warnt das BSI vor dem Diebstahl oder der unbeabsichtigten Offenlegung personenbezogener Datensätze, zum Beispiel von Kundendaten oder Patientendaten.

Gratis-Download: Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020

Sie können den Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2020 hier kostenlos nachlesen und herunterladen (2 MB). Der Lagebericht des BSI gibt einen Überblick über die Cybersicherheit vom 1.6.2019 bis zum 31.5.2020.

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