2454832

BMWs Strategie: Benziner, Diesel, E-Autos und Brennstoffzelle

11.09.2019 | 10:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

BMW will sich nicht nur auf Elektro-Autos konzentrieren, sondern fährt viergleisig in die Zukunft. PC-WELT sprach mit BMW über dessen Strategie bei Antriebstechniken und die Batteriezellenfertigung.

Auf der IAA in Frankfurt sprach Robert Irlinger, Leiter Produktlinie i bei BMW, in einem kleinen Kreis von Journalisten über BMWs Strategie. PC-WELT war mit dabei.
 
BMW will demnach mittel- bis langfristig viergleisig fahren. Der bayerische Motorenhersteller fokussiert sich also nicht auf eine einzige Antriebsart, sondern entwickelt seine Benzin- und Dieselmotoren weiter, stellt außerdem neue Elektroautos vor und forscht auch im Bereich Brennstoffzellen-/Wasserstoff-Antrieb. Wobei Irlinger die Brennstoffzelle aufgrund des großen Platzbedarfs der dafür nötigen Technik eher im Nutzfahrzeugbereich ansiedelt. Also bei Transportern, LKWs und Bussen.
 
Irlinger betont, dass BMW auf die Gewinnmarge bei seinen Produkten besonders achten muss. Deshalb könne BMW sich auch nicht auf E-Autos allein konzentrieren und die Verbrenner außer Acht lassen. BMW werde die Autos bauen, die die Kunden verlangen. Trotzdem treibt BMW die Elektrifizierung seiner Modellpalette weiter voran, vor allem durch die Einführung immer neuer Plug-in-Hybrid-Modelle. Bei den Plug-in-Hybriden sieht Irlinger BMW weltweit mit als führend an. In diesem Zusammenhang betont Irlinger, dass die Automobil-Hersteller verlässliche und langfristig gültige gesetzliche Vorgaben benötigen; beispielsweise für die steuerliche Förderung von E-Autos als Dienstwagen. Letzteres ist in Deutschland kürzlich erfolgt.
 
Bei den Elektro-Autos würde BMW sein Angebot sukzessive erweitern. Mit dem iNext Vision habe man zudem ein Fahrzeug in der Entwicklung, das technologisch einen großen Sprung machen würde. Damit meint Irlinger die Selbstfahr-Technologien des iNext.
 
Um die enormen Kosten stemmen zu können, die die Entwicklung von Elektro-Antrieben und Akkus, von Brennstoffzellen-Antrieben, aber auch von Selbstfahrtechnologien und Konnektivität verursachen, kooperiert BMW eng mit anderen Herstellern. Speziell im Bereich Elektroantrieb und Brennstoffzelle ist das Toyota. Die Japaner bieten mit dem Mirai bereits ein Brennstoffzellen-Fahrzeug an.
 
Irlinger betont, dass BMW viel im Bereich Batterien forschen und den Herstellern der Batteriezellen genaue Vorgaben machen würde. Eigene Batteriezellen stellt BMW für die Serienfertigung allerdings nicht her. Ob sich das ändern wird, wollte Irlinger nicht sagen. Stattdessen betonte Irlinger die hohen Kosten der Batteriezellen-Fertigung. Hier scheint es für BMW derzeit günstiger zu sein, die Zellen von darauf spezialisierten Herstellern nach den eigenen Vorgaben fertigen und liefern zu lassen.
 
In der deutschen Politik und Industrie gibt es dazu durchaus auch eine andere Meinung, die fordert, dass Batteriezellen in Deutschland von deutschen Unternehmen hergestellt werden sollten, um dieses Know-how hierzulande aufzubauen und sich nicht von fernöstlichen Lieferanten abhängig zu machen. Volkswagen geht genau in diese Richtung und kooperiert mit dem Start-up Northvolt bei der Batteriezellen-Forschung und plant in Salzgitter eine Fertigung.
 
BMW, das seine Batteriezellen von dem chinesischen Hersteller CATL bezieht, betont in diesem Zusammenhang, dass CATL in Thüringen eine Batteriezellen-Produktion beginnen wolle.

So funktioniert die Brennstoffzelle

 
 
 
 
 


PC-WELT Marktplatz

2454832