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BMW entwickelt Wasserstoffauto mit 374 PS: BMW i Hydrogen NEXT

31.03.2020 | 13:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

BMW entwickelt ein 275 kW (374 PS) starkes Wasserstoffauto. Auf Basis des BMW X5. Doch bis man einen BMW mit Brennstoffzelle kaufen kann, wird es noch lange dauern.

BMW hat einen Ausblick auf seine Strategie bei Brennstoffzellen- beziehungsweise Wasserstoff-Autos gegeben. Am Beispiel des BMW i Hydrogen NEXT.

Beim Thema Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb ist BMW bisher zurückhaltend. Neben Benzinern, Dieselfahrzeugen und reinen Elektroautos wie dem i3 setzen die Bayern vor allem auf Plug-in-Hybride, um den Flottenverbrauch zu senken und künftigen Strafzahlungen der EU zu entgehen. Der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb soll aber langfristig eine vierte Säule im Antriebsportfolio von BMW werden. Hier biete sich BMW zufolge insbesondere das obere Ende der X-Familie an, also besonders schwere SUVs.

„Beim Antriebssystem des BMW i Hydrogen NEXT erzeugt das Brennstoffzellensystem bis zu 125 kW (170 PS) elektrische Energie, die aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft gewonnen wird“, erklärt Jürgen Guldner, Leiter BMW Group Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie und –Fahrzeugprojekte. Der elektrische Wandler, der sich unterhalb der Brennstoffzelle befindet, passt deren Spannungsniveau an die des elektrischen Antriebs sowie der Leistungspuffer-Batterie an. Diese wird von der Bremsenergie sowie der Energie der Brennstoffzelle gespeist. Im Fahrzeug selbst sind zwei 700-bar-Tanks untergebracht, die zusammen sechs Kilogramm Wasserstoff fassen, wie BMW erklärt. Das soll große Reichweiten bei allen Wetterbedingungen garantieren (bei Elektroautos dagegen verringert sich bekanntlich die Reichweite bei sehr niedrigen Temperaturen). Der Tankvorgang nimmt zudem nur drei bis vier Minuten in Anspruch – auch das ist gegenüber dem langwierigen Aufladen beim E-Auto ein großer Vorteil.

Im BMW i Hydrogen NEXT verbaut BMW zudem einen E-Antrieb seiner „fünften Generation“, wie er erstmals im BMW iX3 zum Einsatz kommen soll. Die Leistungspuffer-Batterie, die oberhalb der E-Maschine positioniert ist, soll beim Überholen oder Beschleunigen für zusätzliche Dynamik sorgen. Die Systemleistung beträgt insgesamt 275 kW (374 PS).

Das nötige Know-How für den Brennstoffzellenantrieb entwickelt BMW aber nicht allein, sondern kooperiert hierbei mit Toyota. Toyota bietet mit dem Mirai längst ein Serienfahrzeug mit Wasserstoffantrieb an. BMW dagegen wird seinen Kunden kurzfristig kein Serienfahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie anbieten. Da BMW zufolge dafür noch die Rahmenbedingungen fehlen würden.

Mit diesem wasserstoff-brennstoffzellen-elektrischen Antrieb ausgestattet wird die BMW Group 2022 nur eine Kleinserie vorstellen, basierend auf dem aktuellen BMW X5. Frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts und abhängig von Marktanforderungen und Rahmenbedingungen will die BMW Group dann mit einem Kundenangebot mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie an den Start gehen.

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