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BMW-Rückruf: Kurzschluss-Gefahr bei Plug-in-Modellen

19.08.2020 | 08:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Bestimmte Plug-in-Hybride von BMW müssen in die Werkstatt. Ein Fertigungsfehler kann einen Kurzschluss im Hochvoltspeicher verursachen. Update: So läuft der Rückruf ab.

Update 19.8.: Der Rückruf wird in Kürze (innerhalb der nächsten zwei Tage) veröffentlicht und ist dann offiziell beim Kraftfahrtbundesamt (KBA). Das KBA hat BMW letzte Woche informiert.

Anhand der FIN kann der BMW-Kunde dann in der KBA-Datenbank ermitteln, ob er betroffen ist. Der betroffene BMW-Kunde wird aber auch zeitnah (innerhalb der nächsten Woche) angeschrieben. Update Ende

BMW ruft bestimmte Plug-in-Hybride in die Werkstätten zurück und stoppt die weitere Auslieferung dieser Modelle. Das schreibt Auto Motor und Sport (AMS). Wer einen von dem Rückruf betroffenen BMW besitzt, soll diesen nicht mehr aufladen!

Der Grund für den Rückruf und das Aufladeverbot: BMW habe bei internen Kontrollen festgestellt, dass "eine Schweißperle am Hochvoltspeicher nicht vollständig bei der Produktion entfernt wurde." Und weiter: "In seltenen Fällen – abhängig von Form, Größe und Lage der Schweißperle – könnte die Verunreinigung beim Erstladevorgang eine Funktionsstörung, wie z.B. einen Kurzschluss im Hochvoltspeicher hervorrufen", zitiert die AMS Hersteller BMW.

Das Problem tritt an Hochvoltspeichern aus dem Bauteilzeitraum 13. März bis 6. August 2020 auf. Die betroffenen Hochvoltspeicher verbaute BMW bei folgenden Plug-in-Modellen: BMW 3er, 3er Touring, X1, X2, X3, X5, 2er Active Tourer, 7er, 5er und 5er Touring sowie auch am Mini Countryman.

Besitzer der betroffenen Fahrzeuge werden angeschrieben. Die Besitzer sollen die Akkus ihres Fahrzeuge so lange nicht mehr an einer Wallbox oder einer Ladestation aufladen, bis das Problem behoben wurde. „Mit Einschränkungen ist das Laden während der Fahrt möglich“, schreibt die AMS weiter, was auch immer das bedeuten soll. Die betroffenen Fahrzeuge müssen in eine BMW-Werkstatt, wo überprüft wird, ob das Problem tatsächlich besteht. Falls ja, behebt die Werkstatt den Fehler.

Laut AMS könnten in Deutschland rund 1.000 Fahrzeuge betroffen sein, von denen aber nur 100 Fahrzeuge tatsächlich schon an Kunden ausgeliefert worden sind. Weltweit sollen zirka 4.460 Modelle betroffen sein.

Derzeit liefert BMW keine derartigen Fahrzeuge mehr aus. Unfälle durch einen Kurzschluss sollen keine bekannt sein.

Stellungnahme von BMW

Die Pressestelle von BMW hat auf unsere Nachfrage den Bericht der AMS bestätigt. BMW betont aber, dass von dem Rückruf und der Ausliefersperre lediglich ein kleiner begrenzter Anteil der PHEV-Modelle betroffen sei: „Diese wurden mit einem Bauteil aus einer spezifischen Produktionslinie aus dem Bauteilproduktionszeitraum 13.3. – 16.8.2020 ausgestattet.“

BMW fährt fort: „Weltweit sind von dem Rückruf ein kleiner begrenzter Anteil der folgenden PHEV Modelle (nach Kenntnisstand 14.8.20: 4566) betroffen: BMW 3er, 3er Touring, X1, X2, X3, X5, 2er Active Tourer, 7er, 5er und 5er Touring sowie MINI Countryman.
 
In Deutschland sind (Stand 14.8.20) ca. 1000 Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen, davon befindet sich ein sehr kleiner Anteil von ca. 100 Fahrzeugen bereits in Kundenhand. 900 Fahrzeuge sind für die Auslieferung an den Kunden bei den Händlern gesperrt.“ Zitat Ende
 
Länderspezifisch seien nicht zwingend alle obigen Modelle betroffen. Der kleine Anteil betroffener Fahrzeuge (100), die sich bereits in Kundenhand in Deutschland befinden, betrifft laut BMW z.B. folgende Modelle: X1, 2er Active Tourer, 3er, 3er Touring, 7er, 5er sowie Mini Countryman.

BMW betont zudem, dass es bei einem betroffenen Fahrzeug nicht zwangsläufig zu einem Kurzschluss kommen müsse. Zitat BMW: "Ein Kurzschluss sei eine in sehr seltenen Fällen mögliche Auswirkung."

Plug-in-Fahrzeuge sind für BMW besonders wichtig zur Senkung des Flottenverbrauchs: BMWs Strategie: Benziner, Diesel, E-Autos und Brennstoffzelle .

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