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BKA und FBI gelingt Schlag gegen Darknet-Marktplatz

03.05.2019 | 12:49 Uhr | René Resch

BKA und FBI haben gemeinsam den zweitgrößten Marktplatz des Darknets ausgehoben. Der "Wall Street Market" wurde von Deutschen betrieben.

Behörden haben den zweitgrößten Marktplatz des Darknets vom Netz nehmen können. Dabei wurden drei Deutsche verhaften. Sie sollen den illegalen Markplatz namens „Wall Street Market“ betrieben haben.

Die Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) konnten die mutmaßlichen Betreiber des Wall Street Market bereits am 23. und 24. April 2019 festnehmen. Auf dem illegalen Marktplatz wurden Drogen, Daten, gehakte Kreditkarten, gefälschte Dokumente sowie Schadsoftware gehandelt. Das Umsatzvolumen soll etwa 40 Millionen Euro betragen haben. Nach einem Bericht des SWR hatte das BKA mit der amerikanischen Bundespolizei FBI zusammen den Schlag gegen das Netzwerk geplant.

Bei den Betreibern handelt es sich um drei Deutsche. Wie das BKA mitteilte, handelt es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 29-Jährigen aus Esslingen (Baden-Württemberg) und einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen). Bei der Festnahme der Tatverdächtigen konnte auch die Technik für den Darknet-Betrieb des Marktplatzes sichergestellt werden. Zuletzt waren auf dem Online-Marktplatz über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie über 1.150.000 Kundenkonten und über 5.400 Verkäufer angemeldet.

Staatsanwältin Julia Bussweiler von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität sagt über die Tatverdächtigen: „Die drei Administratoren haben mit dem Betrieb der Plattform Geld verdient. Auf der Plattform wurden verschiedene illegale Güter gehandelt - gefälschte Kreditkartendaten, gefälschte Dokumente und insbesondere Betäubungsmittel - und daran haben die Administratoren profitiert. Es gab sogenannte Provisionen und damit haben sie nicht unerhebliche Einnahmen zu verzeichnen gehabt.“

Kryptowährung führte die Ermittler ans Ziel

Die Betreiber erhielten für Verkäufe auf der Plattform Provisionen zwischen zwei und sechs Prozent. Bezahlt wurde auf der Plattform vor allem mit Kryptowährung. Durch die Geldströme der Kryptowährungen sollen die Ermittler letztendlich den Betreibern auf die Spur gekommen sein. Den Männern drohen nun hohe Haftstrafen. Laut der Staatsanwältin wurde aber nicht alles auf der Plattform geduldet: „Es gab schriftliche Vorgaben dazu, welche Dinge auf dieser Plattform verboten waren und dazu zählten unter anderem Waffen, aber auch beispielsweise Kinderpornographie“. Den Betreibern war wohl bewusst, dass beim Handel mit Waffen das Strafmaß deutlich höher als beim Drogenhandel liegt.

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