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Auto-Panne: Elektrik ist immer öfter der Killer

23.04.2019 | 13:03 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Elektrik entwickelt sich immer mehr zum Hauptschwachpunkt moderner Autos. Laut der aktuellen ADAC-Pannenstatistik ist die Elektrik mittlerweile für mehr als die Hälfte aller Pannen verantwortlich. Das sind die Pannenkönige und Pannenzwerge.

Die allgemeine Elektrik von Autos versagt heute deutlich häufiger als früher. 2018 machte laut der jetzt veröffentlichten ADAC-Pannenstatistik die Elektrik 52,1 Prozent aller Pannen aus. Davon entfielen wiederum 42 Prozent nur auf die Batterie. Vergleicht man das mit der ADAC-Pannenstatistik im Jahr 1998, so wird der Unterschied deutlich: Damals war die Elektrik 1998 nur für 31,3 Prozent der Pannen verantwortlich. Dafür war 1998 das Motormanagement häufiger eine Störungsursache als heute. Während 1998 noch 32,5 Prozent der Pannen aus diesem Bereich kamen, waren es 2018 nur noch 19 Prozent.

Der Grund dafür, dass die Elektrik mittlerweile der Hauptgrund für Pannen ist, dürfte auf der Hand liegen: Die seit 1998 stark gestiegene Zahl elektrischer Verbraucher bzw. Steuergeräte sowie diverser Sicherheitsassistenten. Diese überfordern oft die Batterie-Managementsysteme,  wie der ADAC erklärt.

Pannenkönige und Pannenzwerge: Für das Jahr 2018 hat der ADAC fast vier Millionen Panneneinsätze ausgewertet und mit den Zahlen von 1998 verglichen. Detaillierte Informationen zu mehr als 120 Modellen finden Sie unter www.adac.de/pannenstatistik . Besonders zuverlässig sind beispielsweise Toyota Aygo, Mini, Mitsubishi Colt, Audi A3, Q3, A4, A5, A6 und Q5, BMW 1er, 2er, 3er, 4er, 5er und X1 sowie X3. Eher durchwachsen ist dagegen die Pannenstatistik für Fiat 500, Smart fortwo/forfour, Nissan Qashgai, Dacia Duster und Logan, Opel Zafira und Insignia, Peugeot 308, Seat Alhambra, Ford S-Max, Mercedes-Benz E-Klasse und Fiat Ducato.

Fairerweise muss man aber berücksichtigen, dass höherpreisige Fahrzeuge in der Regel besser gewartet werden als sehr preisgünstige Fahrzeuge. Gerade bei preisgünstigen Marken wie Dacia, Fiat oder Citroen liegt der Verdacht nahe, dass die Fahrzeughalter auch bei Inspektionen und Reparaturen sparen. Das führt dann zwangsläufig zu Ausfällen. Vor diesem Hintergrund sind dann aber die guten Ergebnisse eines so preiswerten Fahrzeugs wie des Aygo oder des baugleichen Citroen C1 umso bemerkenswerter.

Das gilt aber auch andersherum: Wenn ein vergleichsweise teurer Premium-Kleinstwagen wie der Smart als besonders pannenanfällig erscheint oder die E-Klasse von Mercedes-Benz sich gerne mal den Besuch eines gelben Pannenengels gönnt, dann lässt das doch Rückschlüsse auf qualitative Mängel ab Werk zu.

Da der Bestand an Elektroautos auf deutschen Straßen noch gering ist, hielt sich das Pannenvolumen in diesem Segment in Grenzen: 400 Mal kam die ADAC-Straßenwacht im vergangenen Jahr Fahrern von liegengebliebenen Elektro-Fahrzeugen zu Hilfe.

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