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Ausschreitungen in der iPhone-Fabrik: Apple untersucht

21.12.2020 | 15:58 Uhr | Halyna Kubiv

In einer indischen Wistron-Fabrik kam es zu Ausschreitungen. Die Mitarbeiter haben keinen Lohn erhalten.

In einer indischen iPhone-Fabrik von Wistron bei der Stadt Bengaluru ist zu den Ausschreitungen gekommen. Bereits am vorletzten Wochenende haben den Berichten zufolge knapp 2.000 Mitarbeiter in der Fabrik randaliert und dabei Ausstattung und Möbel zerstört. Die meisten davon beklagten, keinen Lohn zu erhalten oder zumindest deutlich weniger als zunächst versprochen. Ein längerer Bericht in " Times of India " hat die Hintergründe dieser Ausschreitungen beleuchtet.

Sowohl Apple als auch Wistron haben daraus Konsequenzen gezogen: Apple hat alle Bestellungen bei Wistron eingestellt, bis das Unternehmen den eigenen Richtlinien für die Zulieferer entspricht. Zudem beobachten mehrere Apple-Mitarbeiter zusammen mit den externen Prüfern, wie der Betreiber Verbesserungen bei Personal-Management implementiert.

Laut mehreren Quellen aus der indischen Fabrik hat Wistron an dem Standort in Bengaluru recht stark expandiert: Die Mitarbeiter-Zahl erhöhte sich von 1.500 auf knapp 12.000 Mitarbeitern in nur drei Monaten. Dieses Wachstum hat Wistron jedoch mithilfe von diversen Personalfirmen erreicht; die Quellen nennen Randstad, Quess Corp, Innovsource, Adecco India und Creative Ingeneers. Schon bei der Einstellung der neuen Mitarbeiter sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen – die neuen Arbeiter wurden nicht richtig eingearbeitet. Dazu war die Mitarbeiter-Datenbank bei Wistron ständig unvollständig, die Angaben zu mehreren Mitarbeitern fehlten. Die über die Personalfirmen Angestellten konnten nur mit Verzögerungen ihren Lohn erhalten: Wistron zahlte auf Rechnung, die die Personalfirma ausstellte, erst nach dieser beglichenen Rechnung bekamen die externen Mitarbeiter ihr Geld. Unter solchen Bedingungen wurden die Angestellten noch angehalten, die 12-Stunden-Schichten zu absolvieren.

Die Leitung der indischen iPhone-Fabrik hat nach den Ausschreitungen den Personalabteilungs-Chef gefeuert. Mittlerweile ist die Firma dabei, alle ihre Mitarbeiter mit den versprochenen Gehältern zu entlohnen. Es wurde außerdem eine anonyme Hotline eingerichtet, worüber jeder Arbeiter Unregelmäßigkeiten melden kann.

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