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Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung

18.03.2008 | 15:04 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die ersten Minuten im Leben von Pleo sind die wichtigsten. Da entscheidet sich nämlich, ob der kleine Dino eine vertrauensvolles Verhältnis zu seiner Umwelt aufbaut oder ob er traurig und ängstlich durchs Leben schleicht. Also ist streicheln angesagt: Ich deponiere Pleo bequem auf der Couch zwischen mir und meiner Frau, dann wird er eine Stunde lange gestreichelt und gekrault.

Denn Pleo verfügt über zahlreiche Tastsensoren, mit denen er Streicheleinheiten wahrnehmen und entsprechend darauf reagieren kann. Solche Sensoren sitzen zum Beispiel unter dem Kinn - krault man ihn dort, grunzt er zufrieden und schließt genussvoll die Augen. Oder man krault ihn auf der Schädeloberseite zwischen den Nasenlöchern. Erneut reagiert Pleo optisch und akustisch mit deutlichen Äußerungen von Wohlgefühl.

Oder man streichelt über seinen Rücken entlang. Verbindet man das noch mit sanftem Druck auf seine Oberschenkel, so kann es sein, dass er regelrecht niederkniet um in Ruhe zu genießen. Wenn man ihn streichelt, macht er übrigens kaum noch Anstalten sich fortzubewegen (logisch: wer gestreichelt wird, läuft ja nicht davon). Wenn Sie also etwas mehr Action wollen (wobei Action beim friedliebenden Pleo nicht ganz der passende Begriff ist), dann müssen Sie ihn schon in Ruhe lassen. Pleo verhält sich da also ganz pragmatisch.

Nachdem die erste Stunde vorbei ist (und uns langsam die Hände abfallen vor lauter streicheln und kraulen) darf Pleo auf den Fußboden und seine neue Welt erkunden. Dabei verhält er sich sehr, sehr vorsichtig: Er rennt also nicht wieselflink los, sondern erkundet sein Terrain erst einmal vorsichtig mit seinen optischen Sensoren und mit den Infrarotsensoren, die vorne am Kopf sitzen. Und nur langsam setzt er sich - Fuß vor Fuß - in Bewegung. Auf jeder Fußsohle befindet sich ebenfalls ein Tastsensor.

Dabei erkennt Pleo sehr gut Kanten und Abgründe - vor denen er dann ängstlich zurückweicht. Das alles wird begleitet von passenden Lauten: Pleo schnurrt wie ein Kätzchen, wenn man ihn krault, er schreit verwirrt, wenn er sich orientieren muss oder knurrt ärgerlich, wenn er mit der Schnauze gegen ein Hindernis stößt. Und er stöhnt ängstlich, wenn er keinen Boden mehr vor den Füßen hat. Wenn er auf einen Gegenstand stößt, schnüffelt er daran wie ein Hund. Auch sonst zeigt Pleo durchaus realistische Verhaltenweisen: er dreht Gegenstände um, verschiebt Blumentöpfe und bettelt einen förmlich an, damit er neue Streicheleinheiten bekommt. Dabei schließt er genießerisch die Augen.

Ihr Eingreifen ist allerdings erforderlich, wenn Pleo rückwärts geht. Denn hinten besitzt er keine Sensoren - ergo würde er rückwärts gehend in jeden Abgrund stürzen. Pleos Kletterfähigkeiten sind allerdings begrenzt: Wenn man ihn vor eine kleine Stufe oder vor einen Zeitungsstapel stellt, den er hinaufklettern soll, so motzt er erst einmal ausgiebig und versucht das Hindernis mit der Schnauze wegzuschieben. Wenn das nicht klappt und das ganze Gemosere und Geschimpfe nichts bringt, marschiert er eben rückwärts. Das alles begleitet Pleo mit heftigem Schwanzwedeln.

Wenn sich eine Zeitlang nichts tut, wird Pleo müde. Dann rollte er sich etwas zusammen und senkt Kopf und Schwanz. Pleo schließt seine Äuglein und schläft ein. Bis man ihn mehr oder weniger heftig schüttelt. Dann wacht Pleo auf, begrüßt den Störenfried mit einem lauten Schrei und marschiert wieder los.

Wenn die Akku-Leistung zu Ende geht, nimmt Pleo im Idealfall seine Schlafstellung ein. Sobald man den aufgeladenen Akku wieder einsetzt, erwacht Pleo wieder zum Leben. Allerdings klappte das Einschlafen nicht immer reibungslos: Manchmal war der Akku leer bevor Pleo die Augen schließen konnte. Dann schlief er sozusagen mit offenen Augen.

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