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Elon Musk twittert auf Deutsch: Dankeschön Brandenburg & Grünheide

21.08.2020 | 12:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Elon Musk zeigt seine Zufriedenheit über den raschen Baufortschritt in Grünheide mit einem deutschsprachigen Tweet.

Update 21.8.: Der rasche Baufortschritt bei der Teslafabrik in Grünheide löst nicht nur bei Politikern und Ökonomen Begeisterung aus, sondern auch Elon Musk zeigt sich zufrieden. Auf Twitter schrieb Musk unter einem Bericht über das flotte Vorwärtskommen beim Bau: „Dankeschön Brandenburg & Grünheide!“

Dieses Lob will was heißen. Denn einerseits ist Musk für seine Ungeduld und seinen kaum zu bändigenden Vorwärtsdrang bekannt. Andererseits steht Deutschland seit vielen Jahren/Jahrzehnten in der Kritik, weil sich größere Bauvorhaben hierzulande nur sehr, sehr langsam umsetzen lassen. Wegen der umfangreichen Genehmigungsverfahren („Deutsche Bürokratie“) und der vielen Einspruchsmöglichkeiten von Gegnern eines Vorhabens .

Dass die Teslafabrik so schnell ausgerechnet in relativer Nähe zum wegen seiner Langsamkeit berühmt-berüchtigten neuen Berliner Großflughafen BER entsteht, setzt dem Ganzen die Krone auf. Update Ende

Das brandenburgische Landesamt für Umwelt hat Tesla die Zulassung für den "weiteren vorzeitigen Maßnahmebeginn nach § 8a des Bundesimmissionsschutzgesetzes" erteilt. Auf gut Deutsch: Tesla darf auf eigenes Risiko den Bau seiner deutschen Gigafactory vorantreiben, obwohl die endgültige Genehmigung für den Bau der Fabrik noch nicht vorliegt. Konkret darf Tesla demnach unter anderem Gründungs- und Fundamentarbeiten oberhalb des Grundwasserleiters, Erdarbeiten und Rohbaumaßnahmen durchführen und zudem private Verkehrsflächen auf dem Gelände errichten.

Alle baulichen Anlagen oberhalb der geplanten Pfahlgründungen sowie Bauteile und Leitungen, die in das Grundwasser hineinreichen, sind dagegen nicht in der Zulassung enthalten. Tesla hatte laut Landesamt für Umwelt diese Zulassung am 8. Juni 2020 beantragt. Alle beteiligten Behörden haben der Zulassung zugestimmt und dabei Auflagen zum Lärmschutz, zur Vermeidung von Staubemissionen sowie zum Gewässer- und Denkmalschutz gemacht. Die jetzt zugelassenen Maßnahmen werden laut Landesamt nur auf den schon gerodeten Grundstückflächen durchgeführt, es kommt also erst einmal zu keinen weiteren Rodungen.

Sollte Tesla tatsächlich nicht die finale Genehmigung für den Bau seiner Gigafactory bekommen, dann müsste das US-Unternehmen alle bis dato erfolgten Baumaßnahmen auf eigene Kosten wieder rückgängig machen lassen.

Allerdings stellt das Landesamt fest, dass es einen vorzeitigen Maßnahmebeginn nur erteilt, wenn, „wenn unter anderem alle zu beteiligenden Behörden zugestimmt haben und insgesamt eine positive Genehmigungsprognose zur Errichtung der geplanten Gigafactory in Grünheide (Mark) besteht.“ Das Landesamt geht also davon aus, dass Teslas Gigafactory letztendlich genehmigt werden wird.

Bis zum 3. August 2020 können die Antragsunterlagen im Internet sowie in Papier beim Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder), der Stadt Erkner, dem Amt Spreenhagen und in der Gemeinde Grünheide eingesehen werden. Bis zum 3. September können noch Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden.

Tesla will in der Gigafactory im brandenburgischen Grünheide ab Sommer 2021 das Model Y bauen lassen, das als Kompakt-SUV auf dem Model 3 basiert. Eine ursprünglich ebenfalls angedachte Batterienfertigung ist derzeit in Grünheide nicht geplant.

Update 15.7.: Elon Musk hat eine Illustration getwittert, die zeigen soll, wie die neue Fabrik in Grünheide aussehen könnte.

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