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Apple trotzt Covid-19 mit Rekordbilanz

31.07.2020 | 08:34 Uhr | Peter Müller

In allen Bereichen legt Apple gegenüber dem Vorjahr zu – das neue iPhone kommt in diesem Jahr aber später.

Während andere Unternehmen aus anderen Branchen durch die Pandemie taumeln, glänzt Apple mit einer Rekordbilanz für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres. Das Unternehmen übertraf nicht nur die Erwartungen mit einem Umsatz von fast 60 Milliarden Dollar und einem 11-prozentigen Wachstum gegenüber dem Vorjahr, sondern verzeichnete auch bei jedem verkauften Produkt eine Umsatzsteigerung. Der Umsatz im dritten Quartal – sonst immer das schwächste – überstieg den des zweiten Quartals knapp.

Umsätze und Gewinne Apples seit Q1/2008
Vergrößern Umsätze und Gewinne Apples seit Q1/2008

Den größten Sprung machte der Mac, die Nachfrage nach ihm wurde vor allem dadurch angeregt, dass die halbe Welt ins Home-Office ging. Zum ersten Mal in der Geschichte des dritten Quartals überstieg der Mac-Umsatz 7 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von mehr als 20 Prozent entspricht. Auch für das iPad verzeichnete Apple einen ähnlichen Effekt, diese stellte ebenso einen Rekord für ein Quartal außerhalb des Weihnachtsgeschäfts auf. Der Vergleich mit dem dritten Quartal des letzten Fiskaljahres fällt also deutlich aus:

iPhone: 26,4 Milliarden gegenüber 25,9 Milliarden US-Dollar

Mac: 7,1 Milliarden gegenüber 5,8 Milliarden US-Dollar

iPad: 6,6 Milliarden gegenüber 5 Milliarden US-Dollar

Wearables: 6,5 Milliarden gegenüber 5,5 Milliarden US-Dollar

Einzig die Services-Sparte lieferte etwas schwächere Zahlen, wenn auch auf hohem Niveau. Die 13,2 Milliarden US-Dollar, die Services eingespielt haben, bedeuten zwar einen starken Anstieg gegenüber den 11,5 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal (vor der Einführung der meisten neuen Dienstleistungen), aber diese Zahl ist niedriger als die 13,4 Milliarden US-Dollar des letzten Quartals. In den letzten Jahren waren die Serviceumsätze von Quartal zu Quartal gestiegen, beinahe frei von jahreszeitlichen Schwankungen. Da Apple jedoch bei jedem Kauf eines neuen Geräts ein Gratisjahr Apple TV+ verschenkt, ist es unklar, wie viele Zuschauer der Streaming-Dienst im Vergleich zu Netflix oder Disney+ hat. Ab dem ersten Quartal des nächsten Geschäftsjahres gehen erst die Einnahmen des Streamingdienstes in die Bilanz ein.

Umsätze nach Kategorien seit Q2/2017
Vergrößern Umsätze nach Kategorien seit Q2/2017

Apple lehnte es erneut ab, eine Prognose für das kommende Quartal abzugeben, in dem das iPhone 12 auf den Markt kommen könnte. Das Unternehmen kündigte jedoch mit Wirkung vom 24. August einen 4:1-Aktiensplit an, den ersten seit 2014, als es die Aktie im Verhältnis 7:1 aufteilte. Apples Finanzchef Luca Maestri  kündigte zudem an, dass in diesem Jahr das iPhone " einige Wochen später " kommen werde, vermutlich also erst im Oktober oder gar November. Hier zeigt sich die bislang einzige negative Wirkung der Pandemie: Die Verzögerungen in der Lieferkette konnte Apple bisher nicht kompensieren.

Dass Apple der Krise anders als viele Unternehmen trotzt, lässt sich auch am Aktienkurs ablesen. Schon im Verlauf des gestrigen Handelstages hatte AAPL um 4,80 US-Dollar auf 384,76 US-Dollar zugelegt, nach Börsenschluss und Bekanntgabe der Bilanz schnellte das Papier um weitere 24.79 US-Dollar auf 409,55 US-Dollar hoch. Der Dow-Jines-Index indes hatte gestern um ein gutes Prozent nachgegeben, die US-Wirtschaft leidet massiv unter der Pandemie. Das BIP sank im zweiten Kalenderquartal um 32,9 Prozent, ein Rückgang wie seit der großen Depression der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr geschehen.

Während Apple nur noch Umsatzzahlen für seine Produktkategorien vermeldet, haben die Analysten von Canalys Stückzahlen errechnet. Demnach verkaufte Apple im Juni-Quartal 45,1 Millionen iPhones, 25 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt sei der Markt rückläufig gewesen und habe 14 Prozent weniger Geräte als 2019 verkauft. Als größten Hersteller hat Huawei (55,8 Millionen Stück) Samsung (53,7 Millionen) abgelöst. Aber auch Huawei hat gegenüber dem Vorjahr verloren (- 5 Prozent), während aber Samsung kräftig Federn lassen musste (- 30 Prozent). Apple ist mit einem Marktanteil von 15,8 Prozent Dritter vor Xiaomi und Oppo.

Canalys legt Stückzahlen vor
Vergrößern Canalys legt Stückzahlen vor
© Canalys

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