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iMac M1, iPad Pro, Airtags, lila iPhone: Apples bunter Frühlingsstrauß

21.04.2021 | 11:00 Uhr | Peter Müller

Apple bringt erwartete und teils lang ersehnte Updates und neue Produkte. Der Start der Show "Spring Loaded" ist aber der neue iMac.

Die Frage ist ja immer: Wie viel kann man in eine Präsentation von 60 Minuten packen? Apples Antwort: Ja. Hatte der Mac-Hersteller im vergangenen Herbst noch drei rund 45-minütige Keynotes angesetzt, war das Frühjahrsevent eines, das man locker auch auf mehrere Veranstaltungen hätte strecken können.

Aber warum, scheint man sich in Cupertino zu fragen, sollte man die ersten Neuheiten des Jahres 2021 tröpfchenweise fallen lassen, wenn es auch in einem einzigen Regenguss geht? Einem lila Regen gewissermaßen. Apple bringt auf alle Fälle wieder mehr Farbe ins Spiel, wie schon die Animation zu Anfang der Show zeigt, die sich aus dem Logo der Einladung auswickelt und einmal quer durch den Apple Park und um dessen Steve-Jobs-Theater windet, bis es sich schließlich zum altbekannten Schriftzug "hello" manifestiert  - mit dem uns bereits der erste Mac im Jahr 1984 begrüßt hatte.

AirTags, ein neues iPhone, M1-iMacs, M1-iPad-Pro, ein neues Apple TV und noch vieles mehr: Das heutige Apple Event hatte es richtig in sich. In diesem Video fassen wir euch die gesamte Keynote mit allen wichtigen Infos zusammen.

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iPhone in Lila, Services erweitert

Die erste neue Hardware, die Apple gestern präsentierte, war nicht wirklich neu: Nur der Farbton Purple für das iPhone 12 und iPhone 12 Mini ist frisch und ergänzt die Regenbogenpalette, der Rest bleibt unverändert. Der Grund für die Erweiterung des Spektrums mag mit dem endlich gekommenen Frühling (Spring loaded …) zusammen hängen, stolz zeigte Tim Cook in dem exakt einstündigen Video nun auch den Innenhof des Apple Park und die nähere Umgebung des Bürogebäudes, von Landschaftsarchitekten gestaltetet. Tim Cook im kurzärmligen T-Shirt, draußen vor der Tür - die Pandemie bringt interessante Möglichkeiten der Produktpräsentation mit sich. Mehr zur neuen Farboption des iPhone und was sie bedeutet, lesen Sie hier.

Eine kleine Erweiterung der Services war gewissermaßen das Aufwärmprogramm für die Show: Die Apple Card, die es nach wie vor nur in den USA gibt, können jetzt auch Familien nutzen, für die Kinder lassen sich Ausgabelimits definieren. Und die Podcast-App bekommt nicht nur ein neues Design, das sie an den Look von TV und Music anlehnt, sondern auch die Möglichkeit, kostenpflichtige Podcasts zu abonnieren. Mehr zu den Podcasts lesen Sie hier.

Gesucht und gefunden

Seit gut einem Jahr waren Gerüchte über Airtags kursiert, Anhänger zum Suchen und Finden verloren gegangener Schlüssel oder anderer Gegenstände. Nun sind sie endlich da, zu überraschend niedrigen Preisen von 35 Euro pro Stück und mit einer austauschbaren Knopfbatterie, die ein Jahr lang halten soll. Apple legt aber nicht nur Wert darauf, verlustig gegangene Gegenständer wiederzufinden, sondern auch darauf, dass die Suche nicht Personen gilt. Die Erfahrungen mit der Corona-Warn-App fließt hier ein, Identifier werden ständig geändert, Stalking wird so nicht möglich. Und da es wenig hilft, die Adresse eines verlorenen Autoschlüssels zu kennen, aber nicht die Sofaritze, in der er sich versteckt hat, kommt der U1-Chip ins Spiel, der ab iPhone 11 eine weit präzisere Ortung ermöglicht. Mehr Details zu den Airtags lesen Sie hier . Interessant: Das (für die meisten Anwendungsfälle) unerlässliche Zubehör kostet bei Apple mehr als der eigentliche Airtag - respektive gleich viel. Denn der einfachste Anhänger kostet 35 Euro im Apple Store , mit Schlüsselring kostet ein Lederanhänger 39 Euro. Schier unbezahlbar die Hermès-Anhänger für 349 Euro. Aber immerhin gibt es zahlreiche Dritthersteller die Anhänger weit günstiger im Angebot haben, zu Preisen ab 13 Euro ist man dabei. Ganz ohne Anhänger lässt sich das Airtags etwa im Geldbeutel im Münzfach verstauen. Es überrascht ein wenig, dass es keine Basisversion mit einem einfachen Anhänger gibt, wenigstens ist die Gravur kostenlos.

Apple TV 4K mit A12 und neuer Remote

Nach dreieinhalb Jahren bekommt Apples Settopbox wieder eine Aktualisierung, vom A10-Chip steigt Apple auf den A12 Bionic um. Vor allem beim Abspielen von HDR-Inhalten soll das Vorteile wie höhere Bildwiederholraten bringen, aber bringt dies auch eine interessante neue Funktion. Denn das Apple TV kommuniziert nun mit dem iPhone, um Farben und Weißabgleich an das Umgebungslicht anzupassen, was das Apple TV mangels Sensoren ja nicht selbst messen kann. Neu ist auch die Fernbedienung Siri Remote, die etwas größer wird und aus Aluminium gefertigt ist, das aus dem Recycling stammt. Der Siri-Knopf verschwindet auf die Seite, die Knöpfe werden besser bedienbar - und vor allem sollte man die Remote im dunklen Fernsehzimmer besser finden. Inhaltlich hat Apple auch noch eine gute Nachricht: Die mehrfach preisgekrönte Serie "Ted Lasso" geht ab Juli in die zweite Staffel. Alle Details zum neuen Apple TV 4K finden Sie hier .

iMac M1 in bunt

An sich braucht man ein Apple TV nur, wenn man auf einem Riesenapparat glotzen will. Der neue iMac M1 ist indes auch ein wunderbar für den Fernsehabend geeignetes Gerät, vor allem weil er nun auch Spatial Audio, also Raumklang, wiedergeben kann. Hatte Apple im November 2020 noch den neuen M1-SoC in bestehende Hardware-Designs eingebaut, ist der iMac M1 laut Apple der erste Mac, der komplett um das Apple Silicon herum konstruiert wurde. Das weit kleinere Motherboard erlaubt ein kompakteres Innenraumdesign, auch die Lüfter können kleiner werden und sollen im Betrieb kaum zu hören sein. Dazu wird der iMac M1 extrem dünne, von der Seite aus sieht er beinahe wie ein sehr groß geratenes iPad Pro auf einem Standfuß aus. Der Rahmen ist wesentlich dünner geworden, das "Kinn" aber nicht ganz verschwunden, die Diagonale wächst auf 24 Zoll.

Aus dem Archiv: " Abschied von den bunten Macs " (07.05.2003)

An Schnittstellen bietet der iMac M1 zweimal Thunderbolt und zweimal USB 3, interessanterweise ist der Ethernetport in das externe Netzteil ausgelagert. Dieses steckt man mit einem Magsafe-Stecker an den Rechner. Wer auf Face-ID hoffte, wird enttäuscht, aber erstmals bekommt ein iMac Touch-ID, diese ist in die Tastatur ausgelagert.

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Auffällig sind die sieben Farben, in denen Apple den iMac ausliefert. Erstmals seit dem Modell iMac G4 im Jahr 2002 wird der Desktop aber wieder bunt. Dabei ist die Farbe auf der Rückseite immer kräftiger als vorne, der Regenbogen ist zurück. Zu den sechs traditionellen Farben gesellt sich der schlichte Aluminiumton der Vorgängergenerationen.

Den iMac M1 gibt es in zwei Varianten, die eine ist nur in vier Farben erhältlich und der M1-Chip kommt mit sieben statt acht GPU-Kernen. Bei den ab 1449 Euro erhältlichen Modellen (Blau, Grün, Rosé, Silber) fehlen auch Ethernet im Netzteil und Touch-ID in der Tastatur sowie die beiden USB-3-Ports. Die Modelle mit allen Features und den weiteren Farben Gelb, Orange und Violett kosten ab 1669 Euro. Die Basismodelle haben jeweils 8 GB gemeinsamen Speicher und 256 GB SSD, das Retina-Display kommt auf eine 4,5K-Auflösung. Mehr zu den neuen iMacs lesen Sie hier in aller Ausführlichkeit

iPad Pro bekommt M1, 5G und Mini-LED

Wer bricht denn da nach 40 Minuten Show in den Apple Park mittels Glasschneider ein, kriecht wie Ethan Hunt durch Schächte, seilt sich ab, um im hochgesicherten Geheimlabor den M1 aus einem Macbook zu entwenden, um ihn in einem anderen Raum in das iPad Pro einzubauen? Es ist nicht Tom Cruise und natürlich auch nicht Tim Cook, wie er nach der Demaskierung stolz vor seinem Werk steht. Was Apple mit der Persiflage aber sagen will: Mission possible. Also die Aufgabe, den M1 aus dem Mac in das iPad Pro einzubauen. Im Wesentlichen ist das SoC ja ein A14X oder A14Z, Apple nannte ihn für den Mac eben nur anders - hinsichtlich der Nomenklatur rückt das Tablet also weiter an den Mac heran. Und doch ist das iPad Pro ein eigenständiges Gerät, mit deutlichen Verbesserungen gegenüber der Vorgängergeneration von 2018/2020. So wird aus der USB-C-Buchse eine für Thunderbolt 3 und USB 4, die Funkmodelle bekommen 5G - in den USA auch mmWave und nicht nur Sub-6-GHz. Die offensichtlichste Verbesserung betrifft aber das Display des größeren Modells (12,9 Zoll): Denn dieses verwendet in der Tat die Mini-LED-Technik. Zehntausend Leuchtdioden sorgen für deutlich höhere Kontraste und Farbumfänge, Apple nennt das Display nun Liquid Retina XDR, abgeleitet vom Pro Display XDR, das einen ähnlichen Dynamikumfang hat. Erstmals bietet Apple das iPad Pro auch in einer Variante mit 2 TB an. Mehr Details zu den neuen iPads Pro lesen Sie hier .

Wenn Sie den Stream nicht verfolgen konnten, lesen Sie alles in unserem Ticker nach: www.macwelt.de/specials/live-events .

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