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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

24.05.2017 | 10:01 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 18 Antivirusprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Keines der Produkte ist durchgefallen, zwei haben die Maximalpunktzahl erreicht.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat den serienmäßigen Windows Defender erneut 17 Antivirusprogrammen gegenüber gestellt, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht haben. Die ausführlichen Tests haben im März und April unter Windows 10 (64-Bit) stattgefunden, der vorherige Test unter Windows 10 liegt bereits ein knappes halbes Jahr zurück. Demgegenüber fehlen diesmal Emsisoft, Panda, QuickHeal und ZoneAlarm im Testfeld.

Geprüft wird wie üblich in den drei Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 12.000 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 175 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt 17,5 Punkte oder mehr erzielen.

Grafik der Testergebnisse
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© AV-Test

Die Test-Ergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten erfüllt. Avira und Kaspersky Lab erneut die vollen 18 Punkte erreicht. Knapp dahinter folgen Bitdefender, Norton/Symantec und Trend Micro. Diese fünf Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“.

Volle sechs Punkte für die Schutzwirkung haben auch weitere fünf Kandidaten erzielt: Ahnlab V3, Avast Free Antivirus, AVG Internet Security, F-Secure Safe sowie G Data Internet Security. Sie haben jedoch sowohl bei den Geschwindigkeitstests (Bremswirkung) als auch bei den Fehlalarmen Punkte eingebüßt. Wegen teilweise schlechter Malware-Erkennung bilden Microsoft, Intel/McAfee und MicroWorld eScan das Ende der Ergebnistabelle. Alle drei Tools schneiden bei brandaktueller Malware nur mäßig ab (unter 96 Prozent Erkennung im März), sind aber bei den bis zu vier Wochen alten Schädlingen konkurrenzfähig (über 99 Prozent Erkennung).

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei haben sich nur wenige auffallende Resultate gezeigt. So verlangsamen Comodo und K7 Kopiervorgänge auf dem langsameren Rechner nur wenig (2 / 23 Prozent), auf dem schnellen System dauernd das Kopieren jedoch etwa doppelt so lange wie ohne Schutz. ESET bremst auf dem langsameren Rechner das Starten gängiger Programme auf die doppelte Zeit herunter, beim schnellen PC fällt das hingegen kaum auf (unter zehn Prozent). Avast und AVG bremsen den Programmstart weniger stark, wenn auch spürbar, dafür allerdings auf beiden Rechnern.

Fehlalarme hat es im Testverlauf reichlich gegeben, wenn auf weniger als beim letzten Mal. Während beim Surfen im Web kein einziges Programm falschen Alarm geschlagen hat, haben bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems) alle Kandidaten außer ESET mindestens einmal Fehlalarme produziert. Comodo und Panda mit je 14 Fehlalarmen wurden dabei nur noch durch K7 TotalSecurity mit 19 falsch positiven Befunden übertroffen. Bei der Installation und Benutzung legitimer Software gab es nur wenige Fehlalarme. ESET und McAfee sind mit nur einer Fehldiagnose durch alle Tests gekommen, fehlerfrei blieb keiner.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Bei der Reihenfolge ergeben sich daraus wenige kleine Verschiebungen.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Avira Antivirus Pro 15.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 17.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Bitdefender Internet Security 21.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

Symantec Norton Security 22.9

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

Trend Micro Internet Security 11.0 & 11.1

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

AVG Internet Security 17.3 & 17.2

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

G Data Internet Security 25.3

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

F-Secure Safe 14

6,0

5,5

5,0

16,5

17,1

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

4,5

5,5

16,0

16,8

Avast Free AntiVirus 17.3 & 17.2

6,0

4,5

5,5

16,0

16,8

ESET Smart Security 10.0

5,5

4,0

6,0

15,5

15,9

ThreatTrack Vipre Security Pro 9.3

5,5

4,5

5,5

15,5

15,9

K7 TotalSecurity 15.1

5,5

4,0

5,5

15,0

15,6

Comodo Internet Security Premium 10.0

5,5

4,5

5,0

15,0

15,6

BullGuard Internet Security 17.0

5,0

5,5

5,5

16,0

15,6

Intel/McAfee Internet Security 19.0

4,5

5,5

6,0

16,0

15,0

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

4,5

6,0

5,5

16,0

15,0

Microsoft Windows Defender 4.10

4,5

4,5

6,0

15,0

14,4

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