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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

25.03.2020 | 11:15 Uhr | Frank Ziemann

Das AV-Test Institut hat 20 Antivirusprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Fünf Produkte haben die volle Punktzahl erreicht, Windows Defender hat dieses Ziel nur knapp verfehlt.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 20 Antivirusprogramme geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten. Darunter ist auch der bei Windows 10 serienmäßige Microsoft Windows Defender. Die ausführlichen Tests haben im Januar und Februar unter Windows 10 Pro (64 Bit) stattgefunden. Der vorherige Testbericht unter Windows 10 ist Ende Januar erschienen. Demgegenüber fehlt diesmal Check Point ZoneAlarm, dafür sind F-Secure, Malwarebytes und Quick Heal wieder dabei. Ansonsten ist das Testfeld bis auf wenige Versionsänderungen gleich geblieben.

Die besten AV-Programme in der Kurzübersicht:

Von den 20 getesteten Produkten haben diese fünf Kandidaten die volle Punktzahl von 18 Punkten erzielt:

Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
Vergrößern Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
© AV-Test

Die Testergebnisse des AV-Tests

Die Mindestanforderungen für ein AV-Test-Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Die vollen 18 Punkte haben diesmal Avira, F-Secure, Kaspersky Lab, Norton und Vipre erreicht. Knapp dahinter folgen fünf Produkte, darunter Windows Defender, denen nur ein halber Punkt fehlt. Diese zehn Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“. An der Spitze geht es also weiterhin recht eng zu – sie reicht im Grunde bis zur Mitte der Ergebnistabelle. Nur die letzten vier Testkandidaten liegen deutlich hinter den anderen zurück.

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Außer den Top 5 haben acht weitere Antiviruslösungen die vollen sechs Punkte für die Schutzwirkung erzielt. Die meisten Produkte in diesem Test bieten eine gute bis sehr gute Malware-Erkennung. Erst zum Ende der Ergebnistabelle hin fällt die Schädlingserkennung deutlich ab.

Ausgebremst: Bremsen AV-Programme den PC aus?

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End-PC geprüft. Dabei haben sich auch diesmal nur wenige auffallende Resultate gezeigt. Unterschiede zwischen beiden Rechnern sind zwar messbar, in der Praxis meist jedoch kaum zu spüren. Die Geschwister Avast und AVG sowie Bitdefender und Trend Micro bremsen beim Aufruf populärer Websites am stärksten. Bei der Installation gängiger Software machen sich fast alle Kandidaten am deutlichsten bemerkbar. Malwarebytes hält hierbei am stärkten auf, vor allem auf weniger leistungsfähiger Hardware. Protected.net Total AV bremst auch bei schnellen Rechnern stark. Avira, PC Matic und Windows Defender bleiben hingegen unter zehn Prozent. Beim Starten gängiger Programme fällt nur Malwarebytes auf. Das Kopieren lokaler oder im Netzwerk liegender Dateien wird nur durch Avira ein wenig abgebremst (unter 20 Prozent). Bei Downloads halten sich alle Produkte unauffällig im Hintergrund.

Falscher Alarm: So oft gibt es Fehlalarme

Bei der Zahl der Fehlalarme (Kategorie Benutzbarkeit) fällt vor allem ein Testkandidat zum wiederholten Mal auf: PC Matic (vormals PC Pitstop) mit diesmal 27 Fehldiagnosen. Es folgen Quick Heal mit sieben falschen Befunde, Avast und AVG mit fünf sowie AhnLab mit vier Fehlalarmen. Das könnte im Vergleich zu PC Matic fast hinnehmbar erscheinen. Doch Avira, G Data, Kaspersky, Microworld, Norton und Total AV haben gezeigt, dass man alle Tests absolvieren kann, ohne auch nur einmal falschen Alarm auszulösen. Während beim Surfen im Web auch diesmal wieder kein einziges Programm Fehlalarme produziert hat, haben bei System-Scans (vollständige Prüfung eines sauberen Systems) viele Kandidaten mindestens einmal fälschlich Alarm geschlagen. Abgesehen von PC Matic liegt die Fehlerquote aller Produkte an der Grenze des Erträglichen oder darunter – gemessen daran, dass beim System-Scan fast eine Million virenfreie Programmdateien zu überprüfen waren.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). In diesem Test ergibt sich daraus die eine oder andere kleinere Verschiebung in der zweiten Tabellenhälfte.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Avira Antivirus Pro 15.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

F-Secure SAFE 17.7

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 20.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

NortonLifeLock Norton Security 22.19 & 22.20

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Vipre Security VIPRE AdvancedSecurity 11.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

G Data Internet Security 25.5

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Trend Micro Internet Security 16.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

BullGuard Internet Security 20.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Avast Free AntiVirus 19.8

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Bitdefender Internet Security 24.0

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Quick Heal Total Security 18.00

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

AVG Internet Security 19.8

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

K7 TotalSecurity 16.0

5,5

6,0

6,0

17,5

17,1

Microsoft Windows Defender 4.18

5,5

6,0

6,0

17,5

17,1

McAfee Internet Security 22.7

5,5

6,0

5,5

17,0

16,8

Protected.net Total AV 5.2.27

4,5

4,5

6,0

15,0

14,4

Malwarebytes Premium 4.0.4

4,5

4,0

6,0

14,5

14,1

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

3,5

6,0

6,0

15,5

13,5

PC Matic Inc. PC Matic 3.0

3,0

6,0

3,5

12,5

11,1

So wird getestet

Geprüft wird wie üblich in den drei Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 20.000 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 402 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder die Installation und Benutzung legitimer Software. Die Bewertung der Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt 17,5 Punkte oder mehr erzielen.

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