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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

04.08.2021 | 10:15 Uhr | Frank Ziemann

Das AV-Test Institut hat 21 Antivirusprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Sieben Produkte haben die volle Punktzahl erreicht, keines ist durchgefallen.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 21 Antivirusprogramme geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten. Die ausführlichen Tests haben im Mai und Juni unter Windows 10 Pro (64 Bit) stattgefunden. Gegenüber dem vorherigen Test vor zwei Monaten ist das Testfeld bis auf einige Versionsänderungen gleich geblieben. Den Testbericht der Schutzlösungen für Unternehmen finden Sie hier .

Die besten AV-Programme in der Kurzübersicht:

Von den 21 getesteten Produkten haben diese sieben Kandidaten die volle Punktzahl von 18 Punkten erzielt:

Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
Vergrößern Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
© AV-Test

Die Testergebnisse

Die Mindestanforderungen für ein AV-Test-Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Die vollen 18 Punkte haben diesmal nur sieben Produkte erreicht – beim vorherigen Test waren es noch doppelt so viele. Darunter ist auch wieder Microsoft Defender Antivirus (vormals Windows Defender), das bei Windows 10 serienmäßig enthalten ist. Knapp dahinter folgen vier weitere Produkte, die nur einen halben Punkt eingebüßt haben. Diese 11 Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“ – das ist gut die Hälfte des Testfelds. An der Spitze geht es also nach wie vor eng zu. Erst am Ende der Ergebnistabelle lassen die Leistungen deutlich nach.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt/Version

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Avast Free AntiVirus 21.3 & 21.4

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

AVG Internet Security 21.3 & 21.4

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 21.3

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Microsoft Windows Defender 4.18

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Northguard Security 20.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

NortonLifeLock Norton 360 22.21

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

F-Secure SAFE 17.9 & 18.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

McAfee Total Protection 24.1

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Bitdefender Internet Security 25.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

Trend Micro Internet Security 17.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

BullGuard Internet Security 21.0

6,0

5,0

6,0

17,0

17,4

G Data Total Security 25.5

5,5

6,0

6,0

17,5

17,1

Malwarebytes Premium 4.3 & 4.4

5,5

6,0

6,0

17,5

17,1

PC Matic Inc. PC Matic 3.0

6,0

6,0

3,5

15,5

16,5

Eset Internet Security 14.1

5,0

6,0

6,0

17,0

16,2

Avira Internet Security 1.1

5,0

5,5

6,0

16,5

15,9

K7 TotalSecurity 16.0

5,0

6,0

5,5

16,5

15,9

Protected.net Total AV 5.15

4,5

6,0

6,0

16,5

15,3

Vipre Security VIPRE AdvancedSecurity 11.0

4,5

6,0

5,5

16,0

15,0

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

3,5

6,0

5,5

15,0

13,2

Die ausführlichen Ergebnisse dieses und früherer Tests finden Sie auf der Website des AV-Test Instituts .

Diese Antivirushersteller unterstützen weiterhin Windows 7

In diesem Test haben 13 von 21 Antiviruslösungen die vollen sechs Punkte für die Schutzwirkung erzielt. Die überwiegende Mehrheit der Produkte in diesem Test bietet eine gute bis sehr gute Malware-Erkennung. Nur Vipre, Microworld und Protected.net können da nicht mithalten. Bei Northguard steckt Kaspersky-Software in der Schachtel, nur eine Versionsnummer älter, und liegt gleichauf mit dem Original.

russisch-dänische Zwillinge: Kaspersky und Northguard
Vergrößern russisch-dänische Zwillinge: Kaspersky und Northguard

Ausgebremst: Wird der PC langsamer?

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End-PC geprüft. Meist sind zwar Unterschiede zwischen beiden Rechnern messbar, im Alltag jedoch kaum zu spüren. Bei Avira fällt die angezogene Handbremse beim Aufruf populärer Websites auf, auch Trend Micro sowie Kaspersky und Northguard verlangsamen das Surfen ein wenig. Bei der Installation gängiger Software bremsen vor allem Bullguard, McAfee und Microsoft. Bei Kopiervorgängen, getestet mit über 10.000 Dateien, bleiben alle recht unauffällig, ebenso bei Downloads.

Falscher Alarm: So oft gibt es Fehlalarme

Seit längerer Zeit fällt PC Matic (vormals PC Pitstop) durch häufige Fehlalarme auf, hat sich jedoch etwas gebessert. Diesmal sind es 13 Fehldiagnosen, die meisten bei der Installation und Benutzung gängiger Software. Es folgen Microworld eScan mit sieben sowie Bitdefender und Vipre mit jeweils sechs falsch positiven Befunden. Mit Avast, AVG, Avira, Bullguard, ESET, G Data, Kaspersky, Malwarebytes, McAfee, Microsoft, Northguard, Norton und Protected.net zeigen 13 Hersteller, dass man alle Tests absolvieren kann, ohne auch nur einmal falschen Alarm auszulösen.

Während beim Surfen im Web auch diesmal wieder kein einziges Programm Fehlalarme produziert hat, haben bei System-Scans (vollständige Prüfung eines sauberen Systems) etliche Kandidaten mindestens einmal fälschlich Alarm geschlagen. Die Fehlerquote der meisten Produkte liegt an der Grenze des Erträglichen oder darunter – gemessen daran, dass beim System-Scan fast zwei Millionen virenfreie Programmdateien zu überprüfen waren.


Fazit

Einen klaren Sieger gibt es auch in diesem Test nicht, dafür ist die Spitze zu breit. Verlierer gibt es dennoch: Vipre hat in der jüngeren Vergangenheit meist mit einer deutlich besseren Malware-Erkennung gepunktet, diesmal jedoch, wie schon bei den zwei vorherigen Tests, im Real-World-Test zu viele Schädlinge durchgelassen. Microworld eScan, Protected.net, Avira und Eset haben hier ebenfalls ein paar Federn gelassen. Mit Avast Free Antivirus und Microsoft Defender sind auch zwei Gratis-Produkte in der Spitzengruppe.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Das hat in diesem Test  allerdings kaum Einfluss auf die Reihenfolge. Nur PC Matic rückt dank sehr guter Malware-Erkennung fünf Plätze auf. Das ist jedoch auch diesmal nur eine Momentaufnahme.

 

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