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Anti-Malware für Android im Test

23.04.2019 | 11:01 Uhr | Frank Ziemann

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 19 Schutzlösungen für Android getestet. Dabei haben acht Sicherheits-Apps die volle Punktzahl erreicht, Google Play Protect ist hingegen wieder durchgefallen.

Das AV-Test Institut hat im Winter 18 mobile Schutzlösungen für Android-Geräte geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten, sowie zum Vergleich Google Play Protect. Im Vergleich zum letzten Test ist NSHC Droid-X entfallen, dafür sind Eset Endpoint Security und SK Telecom T guard (aus Südkorea) mit dabei. Das übrige Testfeld bis auf Versionsänderungen unverändert geblieben.

So wird getestet
Die Tests unterteilen sich in die Kategorien Schutzwirkung und Benutzbarkeit. Der Schutz vor Malware wird zum einen mit über 2850 Schädlingen geprüft, die nicht älter als vier Wochen sind. Zum anderen werden bei den so genannten Real-Time-Tests alle Apps gleichzeitig auf identischen Smartphones mit mehr als 3000 Vertretern tagesaktueller Malware konfrontiert. In die Benutzbarkeit gehen Beeinträchtigungen der Akkulaufzeit und der Geschwindigkeit sowie der durch die Apps erzeugte Datenverkehr ein. Außerdem werden die Fehlalarme eingerechnet, die die Schutzlösungen bei über 2800 harmlosen Apps produzieren.

Für sinnvolle zusätzliche Sicherheitsfunktionen, etwa Backup, Diebstahlschutz oder Web-Filter, gibt es einen Zusatzpunkt. Schutzlösungen, die in der Summe mehr als acht der möglichen 13 Punkte erreichen, erhalten ein Zertifikat. Die Tests werden stets auf echter Hardware (kein Emulator) unter Android 8.0.0 durchgeführt. Die Testkandidaten können jederzeit auf neueste Updates sowie Cloud-Dienste zugreifen.

Anti-Malware für Android: Grafik der Testergebnisse April 2019
Vergrößern Anti-Malware für Android: Grafik der Testergebnisse April 2019
© AV-Test

Die Testergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle getesteten Apps außer Google Play Protect erfüllt. Googles automatischer App-Scan hat in beiden Schutztests das Klassenziel klar verfehlt. Bei den bis zu vier Wochen alten Schädlingen hat Protect lediglich 62 Prozent erkannt, im Real-Time-Test etwa 69 Prozent. Auf Google Play Protect allein sollten Sie sich also besser nicht verlassen.

Die vollen 13 Punkte haben acht Testkandidaten erreicht. Immerhin haben insgesamt 12 Apps bei der Schutzwirkung volle sechs Punkte erzielt, beim Test der Benutzbarkeit sind es deren elf. Angesichts dessen sind Apps, die deutlich schlechter abgeschnitten haben, nicht zu empfehlen.

Im Real-Time-Test beträgt die durchschnittliche Erkennungsrate 97,8 Prozent, ohne Google Play Protect wären es sogar 99,8 Prozent. Im zweiten Testabschnitt mit bis zu vier Wochen alter Malware liegt der Schnitt bei 98,2 Prozent, ohne Google Play Protect bei knapp 99,9 Prozent. Bis auf Google Play Protect erreichen alle Apps über 99 Prozent in beiden Teiltests. Antiy, Bitdefender, Cheetah Mobile, Eset, Kaspersky Lab, Symantec/Norton und Trend Micro kommen sogar auf jeweils 100 Prozent Malware-Erkennung (gerundet).

In der Kategorie Benutzbarkeit bietet sich ein recht ausgeglichenes Bild. Kaum eine der Schutzlösungen beeinträchtigt die Systemgeschwindigkeit, das freie Datenvolumen oder die Akkulaufzeit nennenswert, nur Avira fällt wieder durch stärkeren Datenverkehr auf. Sieben Apps haben nicht die vollen sechs Punkte erreicht. Diese Punktabzüge sind auf meist vergleichsweise wenige Fehlalarme zurückzuführen. Google Play Protect ist auch hier Schlusslicht und setzt mit mehr als 200 Fehldiagnosen einen neuen Rekord. Mit je fünf falschen Alarmmeldungen folgen Antiy AVL und Cheetah Mobile. Ikarus und INetCop kommen auf drei Fehlalarme, Bitdefender und G Data auf einen. Somit haben 12 von 19 Apps alle Tests absolviert, ohne falschen Alarm auszulösen.

Funktionsumfang
Zum Teil erhebliche Unterschiede gibt es beim Funktionsumfang der Security-Apps. Die Bandbreite der Ausstattung mit Zusatzfunktionen reicht von INetCop OnVaccine, das nur eine Rooting-Erkennung bietet, bis Sophos und Trend Micro, die fast alles mitbringen, was das Herz begehrt. Fast alle haben Funktionen zum Diebstahlschutz an Bord, können das Gerät also im Verlustfall orten, sperren und/oder alle Daten löschen. Ebenfalls recht häufig findet sich ein Web-Filter, der den Zugriff auf dubiose oder gefährliche Websites blockiert oder zumindest davor warnt.

Viele der kostenlos installierbaren Apps, die Sie bei Google Play finden, sind abgespeckte Versionen der jeweiligen kostenpflichtigen Lösung und machen für diese Werbung. Wenn Sie die eine oder andere Zusatzfunktion dauerhaft nutzen wollen, können Sie meist per In-App-Kauf zur Premium-Version wechseln. Die ausführlichen Testergebnisse mit Angaben zum Funktionsumfang finden Sie auf der Website des AV-Test Instituts .

Hersteller, Produkt, Programmversion

Schutz

Benutzbarkeit

Zusatzfunktionen

Summe

AhnLab V3 Mobile Security 3.1

6,0

6,0

1

13,0

Avast Mobile Security 6.16

6,0

6,0

1

13,0

AVG AntiVirus FREE 6.17

6,0

6,0

1

13,0

Eset Endpoint Security 2.6

6,0

6,0

1

13,0

Kaspersky Lab Internet Security 11.20

6,0

6,0

1

13,0

Sophos Mobile Security 9.0

6,0

6,0

1

13,0

Symantec Norton Mobile Security 4.4

6,0

6,0

1

13,0

Trend Micro Mobile Security 10.2

6,0

6,0

1

13,0

Bitdefender Mobile Security 3.3

6,0

5,5

1

12,5

G Data Internet Security 26.5

6,0

5,5

1

12,5

F-Secure SAFE 17.6

5,5

6,0

1

12,5

McAfee Mobile Security 5.2

5,5

6,0

1

12,5

SK Telecom T guard

5,5

6,0

1

12,5

Avira Antivirus Security 5.7

5,5

5,0

1

11,5

Ikarus mobile.security 1.7

5,5

4,5

1

11,0

INetCop OnVaccine 1.0

5,5

4,5

1

11,0

Antiy AVL 2.7

6,0

3,5

1

10,5

Cheetah Mobile Security Master 4.8

6,0

3,5

1

10,5

Google Play Protect 13.9

0,0

3,0

0

3,0

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