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Anti-Malware für Android im Test

20.12.2018 | 10:01 Uhr |

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 20 Schutzlösungen für Android getestet. Dabei haben acht Sicherheits-Apps die volle Punktzahl erreicht, nur Google Play Protect ist durchgefallen.

Das AV-Test Institut hat im November 20 mobile Schutzlösungen für Android-Geräte geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten. Die App des Herstellers Alibaba haben wir aussortiert, denn sie ist nur mit chinesischer Bedienoberfläche erhältlich. Gegenüber dem letzten Test ist Quick Heal entfallen, dafür ist NSHC Droid-X wieder mit dabei. Ansonsten ist das Testfeld bis auf Versionsänderungen unverändert geblieben. Google Play Protect bleibt deutlich hinter dem Rest des Testfelds zurück.

Die Tests unterteilen sich in die Kategorien Schutzwirkung und Benutzbarkeit. Der Schutz vor Malware wird zum einen mit über 3200 Schädlingen geprüft, die nicht älter als vier Wochen sind. Zum anderen werden bei den so genannten Real-Time-Tests alle Apps gleichzeitig auf identischen Smartphones mit mehr als 3300 Vertretern tagesaktueller Malware konfrontiert. In die Benutzbarkeit gehen Beeinträchtigungen der Akkulaufzeit und der Geschwindigkeit sowie der durch die Apps erzeugte Datenverkehr ein. Außerdem werden die Fehlalarme eingerechnet, die die Schutzlösungen bei über 3300 harmlosen Apps produzieren.

Für sinnvolle zusätzliche Sicherheitsfunktionen, etwa Backup, Diebstahlschutz oder Web-Filter, gibt es einen Zusatzpunkt. Schutzlösungen, die in der Summe mehr als acht der möglichen 13 Punkte erreichen, erhalten ein Zertifikat. Die Tests werden stets auf echter Hardware (kein Emulator) unter Android 8.0.0 durchgeführt. Die Testkandidaten können jederzeit auf neueste Updates sowie Cloud-Dienste zugreifen.

Anti-Malware für Android: Grafik der Testergebnisse November 2018
Vergrößern Anti-Malware für Android: Grafik der Testergebnisse November 2018
© AV-Test

Die Testergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle getesteten Apps außer Google Play Protect erfüllt. Googles automatischer App-Scan hat in beiden Schutztests das Klassenziel klar verfehlt. Bei den bis zu vier Wochen alten Schädlingen hat Protect lediglich knapp 80 Prozent erkannt, im Real-Time-Test sogar nur zwei Drittel. Auf Google Play Protect allein sollten Sie sich also besser nicht verlassen.

Die vollen 13 Punkte haben acht der Testkandidaten erreicht. Weitere fünf Schutz-Apps folgen mit einem halben Punkt Abstand, dahinter noch eine mit 12 Punkten. NSHC Droid-X wird vor Google Play Protect Vorletzter – mit großem Vorsprung. Immerhin 12 Apps haben bei der Schutzwirkung volle sechs Punkte erzielt.

Im Real-Time-Test beträgt die durchschnittliche Erkennungsrate 98,0 Prozent, ohne Google Play Protect wären es sogar 99,6 Prozent. Im zweiten Test mit bis zu vier Wochen alter Malware liegt der Schnitt bei 98,6 Prozent, ohne Google Play Protect bei 99,6 Prozent. Bis auf Google und NSHC Droid-X erreichen alle Apps über 99 Prozent in beiden Teiltests.

In der Kategorie Benutzbarkeit ist das Bild recht ausgeglichen. Kaum eine der Schutzlösungen beeinträchtigt die Systemgeschwindigkeit, das freie Datenvolumen oder die Akkulaufzeit nennenswert, nur Avira fällt durch stärkeren Datenverkehr auf. Sechs Apps haben nicht die vollen sechs Punkte erreicht. Diese Punktabzüge sind einzig auf vergleichsweise wenige Fehlalarme zurückzuführen. Schlusslichter hierbei sind einmal mehr Antiy AVL und Cheetah Mobile mit je vier Fehldiagnosen, davon jeweils drei in Google Play und eine bei Apps aus anderen Bezugsquellen. Im letzten Test hatten beide noch je zehn Fehlalarme. Google Play Protect kommt auf drei Fehlalarme, INetCop OnVaccine auf zwei, F-Secure auf einen. Somit haben 13 von 19 Apps alle Tests absolviert, ohne falschen Alarm auszulösen.

Funktionsumfang
Zum Teil erhebliche Unterschiede gibt es beim Funktionsumfang der Security-Apps. Die Bandbreite der Ausstattung mit Zusatzfunktionen reicht von INetCop OnVaccine, das nur eine Rooting-Erkennung bietet, bis Sophos und Trend Micro, die fast alles mitbringen, was das Herz begehrt. Fast alle haben Funktionen zum Diebstahlschutz an Bord, können das Gerät also im Verlustfall orten, sperren und/oder alle Daten löschen. Ebenfalls recht häufig findet sich ein Web-Filter, der den Zugriff auf dubiose oder gefährliche Websites blockiert oder zumindest davor warnt.

Viele der kostenlos installierbaren Apps, die Sie bei Google Play finden, sind abgespeckte Versionen der jeweiligen kostenpflichtigen Lösung und machen für diese Werbung. Wer die eine oder andere Zusatzfunktion dauerhaft nutzen will, kann meist per In-App-Kauf zur Premium-Version wechseln. Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie auf der Website des AV-Test Instituts .

Hersteller, Produkt, Programmversion

Schutz

Benutzbarkeit

Zusatzfunktionen

Summe

Bitdefender Mobile Security 3.3

6,0

6,0

1

13,0

G Data Internet Security 26.5

6,0

6,0

1

13,0

Kaspersky Lab Internet Security 11.18

6,0

6,0

1

13,0

McAfee Mobile Security 5.0

6,0

6,0

1

13,0

Sophos Mobile Security 8.6

6,0

6,0

1

13,0

Symantec Norton Mobile Security 4.3

6,0

6,0

1

13,0

Tencent WeSecure 1.4

6,0

6,0

1

13,0

Trend Micro Mobile Security 10.1

6,0

6,0

1

13,0

F-Secure SAFE 17.5

6,0

5,5

1

12,5

AhnLab V3 Mobile Security 3.1

5,5

6,0

1

12,5

Avast Mobile Security 6.11

5,5

6,0

1

12,5

AVG AntiVirus FREE 6.11

5,5

6,0

1

12,5

Ikarus mobile.security 1.7

5,5

6,0

1

12,5

Avira Antivirus Security 5.4

6,0

5,0

1

12,0

INetCop OnVaccine 1.0

5,5

5,0

1

11,5

Antiy AVL 2.7

6,0

4,0

1

11,0

Cheetah Mobile Security Master 4.7

6,0

4,0

1

11,0

NSHC Droid-X 3 3.1

3,0

6,0

1

10,0

Google Play Protect 12.4

0,0

4,5

0

4,5

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