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Amtlich: Die meisten Internetzugänge sind langsamer als vertraglich zugesichert

09.04.2020 | 14:28 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

So langsam surft Deutschland - die Bundesnetzagentur hat ihren Jahresbericht 2018/2019 zur Breitbandmessung veröffentlicht. Die meisten Kunden surfen demnach langsamer als vertraglich zugesichert.

Die Bundesnetzagentur hat ihren Jahresbericht 2018/2019 zur Breitbandmessung veröffentlicht . "Gegenüber den Vorjahren zeigen sich erneut wenige Veränderungen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Somit besteht nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern". Mit diesen wenig ermutigenden Worten beschreibt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, die Qualität der Internetzugänge in Deutschland.

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Die Bundesnetzagentur schlüsselt die Ergebnisse getrennt nach Festnetz und Mobilfunk auf.

Ergebnisse im Festnetz

Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten demnach im Download 70,1 % der Nutzer (2017/2018 waren es noch 71,3 %) bei stationären Breitbandanschlüssen mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Nur bei 16,4 % der Nutzer (2017/2018 waren es sogar nur 12,0 %) wurde diese voll erreicht oder überschritten.

Die Ergebnisse fielen zwischen den einzelnen Bandbreiteklassen und Anbietern wieder unterschiedlich aus. Auf die Zufriedenheit der Kunden scheint sich das aber nicht auszuwirken: Die meisten Kunden sind im aktuellen Berichtszeitraum mit der Leistung des Anbieters zufrieden (Noten 1 bis 3). Dabei ist der Anteil zufriedener Kunden mit 61,4 % leicht rückläufig (2017/201 waren 62 % zufrieden).

Ergebnisse im Mobilfunk

Das generelle Niveau lag bei mobilen Breitbandanschlüssen deutlich unter dem von stationären Breitbandanschlüssen, wie die Bundesnetzagentur feststellt. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download 14,9 % der Nutzer (2017/2018 waren es noch 16,1 %) mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate; nur bei gerade einmal 1,5 % der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten.

Dabei stellt die Bundesnetzagentur fest, dass in höheren Bandbreiteklassen tendenziell niedrigere Prozentwerte in Bezug auf das Erreichen der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsraten festgestellt werden können. Wie im stationären Bereich zeigen sich auch im Mobilfunk hinsichtlich der Anbieter Unterschiede.

Trotzdem sind die Kunden mehrheitlich zufrieden: Die Endkunden bewerteten die Anbieter erneut weit überwiegend mit Noten von 1 bis 3 (74,3 %; 2017/2018: 74,7 %).

Der Jahresbericht 2018/2019 umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019. Insgesamt wurden für stationäre Breitbandanschlüsse 829.426 und für mobile Breitbandanschlüsse 527.558 valide Messungen berücksichtigt (2017/2018: stationär 900.579; mobil 384.999).

Der vollständige Bericht ist auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/breitbandmessung veröffentlicht.

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